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21.01.2005
 

Amerika

Cheney nimmt Iran ins Visier

Nach der Vereidigung von Präsident George W. Bush zu seiner zweiten Amtszeit feierte das politische Washington eine lange, rauschende Ballnacht. Vor den Türen gab es vereinzelte Proteste. Vizepräsident Cheney fand schnell zur Realpolitik zurück. Er nannte Iran den Krisenherd Nummer eins.

Dick Cheney: Ähnliche Argumente wie vor dem Irak-Krieg
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AFP

Dick Cheney: Ähnliche Argumente wie vor dem Irak-Krieg

Washington - Iran habe "ziemlich robuste neue Atomprogramme" entwickelt und sei außerdem ein bekannter Sponsor des Terrorismus, sagte Vize-Präsident Richard Cheney im Interview des US-Fernsehsenders MSNBC. "Man sieht sich in der Welt nach potenziellen Krisenherden um, und Iran steht dann gleich an der Spitze dieser Liste", fügte er hinzu.

Die Vereinigten Staaten wollen sich nach den Worten von Cheney weiterhin um eine diplomatische Lösung bemühen, um Iran von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten. Sollte Iran sein Atomprogramm nicht vollständig offen legen, wollten die Vereinigten Staaten das Land vor den Uno-Sicherheitsrat bringen.

Bush besucht neun Bälle

George und Laura Bush auf einem Ball: "Salute the Heroes"
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REUTERS

George und Laura Bush auf einem Ball: "Salute the Heroes"

Bush zu Ehren fanden gestern zehn Bälle statt - auf neun war er anwesend. Als erstes besuchte der Präsident ein Fest unter dem Motto "Salute the Heroes" für Soldaten, die mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet wurden. "Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie viel Vertrauen ich in die Mitglieder unseres Militärs habe", sagte Bush vor der jubelnden Menge.

Auf dem "Freiheitsball" sagte Bush, er wolle sich mit ganzem Herzen dafür einsetzen, dass die Vereinigten Staaten ein friedlicher Ort werden. Unter tosendem Beifall der Gäste bat Bush seine Ehefrau um den Eröffnungstanz. Dabei war dem Präsidenten, der nicht als großer Tänzer gilt, die Anstrengung anzusehen. Nach 45 Sekunden vorsichtigen Schunkelns gab Bush die Bühne dann für andere Paare frei. Auch bei dem Verfassungsball erfreuten Bush und seine Frau Laura die Gäste mit einem Tanz.

In seiner Antrittsrede nach der Vereidigung hatte Bush zuvor seine Doktrin von der Verbreitung von Demokratie und Freiheit in der Welt erläutert. Auf den Stufen des Kapitols versprach der 58-Jährige, gegen jede Form von Tyrannei und Unterdrückung vorzugehen und die Freiheit auch in die "dunkelsten Ecken der Welt" zu bringen. Die Verbündeten forderte der US-Präsident zur Hilfe auf.

Die Zeremonie mit Tausenden Gästen fand unter Bewachung von Dutzenden Scharfschützen und mehr als 7000 Sicherheitskräften statt. Bei der anschließenden Militärparade protestierten Tausende von Kriegsgegnern gegen Bushs Politik. Polizisten gingen mit Schlagstöcken gegen vermummte Demonstranten vor. Die Protestierer forderten Bush in Sprechchören auf, den "blutigen Krieg im Irak zu beenden". Zahlreiche Frauen trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Präsident Bush, Sie haben meinen Sohn getötet". Andere Demonstranten forderten, dass Bush auch seine Zwillingstöchter Barbara und Jenna an die Front schickt.

In seiner Rede über die Macht der Freiheit sagte Bush: "Alle, die in Tyrannei und Hoffnungslosigkeit leben, sollen wissen: Die Vereinigten Staaten werden eure Unterdrückung oder die Ausflüchte eurer Unterdrücker nicht hinnehmen. Wenn ihr für Frieden einsteht, stehen wir hinter euch."

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