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27.01.2005
 

Eklat

FPÖ-Politiker bestreitet Österreichs Mitverantwortung für Holocaust

Eine Kontroverse um Österreichs Mitverantwortung für den NS-Massenmord an den Juden hat heute die Gedenkveranstaltungen zum 60. Jahrestag der Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz überschattet.

Wien/Brüssel - Der Europaabgeordnete der rechtsnationalen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Andreas Mölzer, sagte der Nachrichtenagentur APA, er lehne die Auffassung ab, wonach das heutige Österreich eine Mitverantwortung für die Verbrechen in Auschwitz übernehmen müsse.

Für die damaligen Verbrechen seien Österreicher zwar mitverantwortlich gewesen, "aber die heutige Republik Österreich hat keine Mitverantwortung zu tragen". Mölzer boykottierte eine Abstimmung des Europäischen Parlaments über eine Auschwitz-Resolution.

Der Bundesgeschäftsführer der oppositionellen Sozialdemokraten (SPÖ), Norbert Darabos, nannte diese "unglaublichen" Äußerungen "beschämend". Auch Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach, ein Parteifreund Mölzers, distanzierte sich. "Wir müssen auch klar die Verantwortung dafür tragen, dass österreichische Bürger zu den Opfern, aber auch Tätern zu zählen sind", hieß es in einer offiziellen Erklärung. "Jegliches Leugnen oder Verharmlosen des Holocaust (ist) auf das schärfste zu bekämpfen und strafrechtlich zu verfolgen", betonte Gorbach. Österreich wurde bei der Gedenkfeier in Auschwitz durch Bundespräsident Heinz Fischer vertreten.

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