Washington - Während sich die Europäer für eine Verhandlungslösung im Atomwaffenstreit mit Iran einsetzen, schicken die USA Drohnen in das Land. Schon seit mehreren Monaten kreisen unbemannte Aufklärungsflugzeuge über dem Iran, berichtet die "Washington Post". Die Drohnen sollten mit Hilfe von Radarschirmen und Kameras Hinweise auf nukleare Aktivitäten des Irans sammeln, schreibt die Zeitung unter Berufung auf drei nicht namentlich benannte US-Regierungsbeamte. Auch iranische und europäische Diplomaten hätten bestätigt, dass Teheran gegen Verletzungen seines Luftraums durch die USA protestiert habe.
Den Informationen zufolge seien die Drohnen zunächst im April 2004 und dann erneut im Dezember und Januar eingesetzt worden, berichtet die "Washington Post". Iranische Bürger hätten die Spionageflugzeuge erstmals im Dezember gesichtet und sie zunächst für Ufos gehalten. Die iranische Luftwaffe habe aus den Augenzeugenberichten aber geschlossen, dass es sich bei den flackernden Lichtern und roten Blitzen am Himmel um kleine Spionageflugzeuge handeln müsse.
Der Nationale Sicherheitsrat in Teheran habe sich dennoch dagegen entschlossen, die Drohnen abzuschießen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen hochrangigen iranischen Beamten. Dies deute darauf hin, dass der Iran derzeit keinen Angriff der USA befürchte. Washington wirft Teheran vor, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten.
Die Drohnen seien im Irak gestartet worden, berichtet die Zeitung. Sie könnten Informationen sammeln, die einer Satellitenüberwachung entgingen. Diese Art der Spionage sei Standard bei der militärischen Vorbereitung eines Luftangriffs, sie werde aber auch zur Einschüchterung benutzt, schrieb die "Washington Post" weiter.
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