Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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03.03.2005
 

Brasilien

Landlose drohen mit Besetzungen

Landlose Bauern haben in Brasilien aus Verbitterung über einen Regierungsbeschluss mit vermehrten Besetzungsaktionen gedroht. Die Regierung in Brasilia hatte angekündigt, die Haushaltsmittel für die laufende Landreform drastisch zu kürzen.

São Paolo - Statt ursprünglich 3,7 Milliarden Real (1,1 Milliarden Euro) stehen jetzt nur noch 1,7 Milliarden Real für die Enteignung von Grundbesitzern und die Schaffung von Siedlungen für Landlose zur Verfügung. "Das wird die Erwartungen tausender und abertausender landloser Bauern enttäuschen, die hofften, noch in diesem Jahr Land zu erhalten", sagte João Paulo Rodrigues, einer der Führer der Landlosen-Bewegung MST. "Und dieser Frust könnte sich leicht in einer Welle von Landbesetzungen mit unvorhersehbaren Folgen entladen." Die MST hat bereits in der Vergangenheit privates Eigentum und Regierungsbehörden besetzt, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2003 hatte Präsident Luiz Inacio "Lula" da Silva versprochen, im Laufe seiner vierjährigen Amtszeit 430.000 arme Familien mit Land zu versorgen. Für 110.000 Familien hat sich dieses Versprechen bereits erfüllt. Nach Berechnungen der MST ist wegen der Mittelkürzung in diesem Jahr aber nur die Ansiedlung von 40.000 Familien zu erwarten.

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