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03.03.2005
 

Atom-Konflikt

Iran versteckt atomares Material in Tunnel

Gerade erst haben die USA und die EU dem Iran mangelnde Zusammenarbeit bei der Überwachung seines Atomprogramms vorgeworfen. Jetzt ist überraschend bekannt geworden, dass Teheran Komponenten seines Urananreicherungs-Programms verstecken will. Das Material soll in einem Tunnel tief unter der Erde eingelagert werden.

Wien/Washington - Der Vorgang wurde am Donnerstag überraschend bei einer Konferenz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien bekannt. Nach Angaben von Diplomaten wirft die IAEA Teheran demnach vor, nicht über den Bau des Tunnels in der Atomanlage Isfahan informiert worden zu sein. Dort soll ein mit Stahlbeton verstärkter Bunker bis zu einen Kilometer unter dem Erdboden angelegt werden.

Mit dem Tunnel, dessen Bau im September begonnen wurde, will der Iran offenbar sein Atomprogramm vor Bombenangriffen schützen. Die USA haben einen Angriff auf den Iran bislang nicht ausgeschlossen. Zudem will Israel 500 Bunker brechende Bomben von den USA kaufen, was von Teheran als Angriffsvorbereitung interpretiert werden könnte. Beide Länder werfen dem Iran vor, ein geheimes Kernwaffenprogramm zu verfolgen.

Standorte iranischer Nuklearanlagen
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Standorte iranischer Nuklearanlagen

In dem Bericht der IAEA heißt es, Teheran habe der Behörde inzwischen vorläufige Baupläne für den Tunnel in Isfahan zukommen lassen. Erklärtes Ziel Teherans sei es, die Sicherheit für das spaltbare Material zu erhöhen.

Gestern hatten die Europäische Union (EU) und die USA den Druck auf den Iran erhöht und der Regierung in Teheran mangelnde Zusammenarbeit bei der Überwachung ihres Atomprogramms vorgeworfen. Die USA prangerten vor dem Gouverneursrat der IAEA in Wien "Manipulationen" und "Täuschungen" sowie Verstöße gegen die mit der EU im Jahr 2004 vereinbarte Aussetzung des iranischen Programms zur Urananreicherung an. IAEA-Generaldirektor Muhammad al-Baradei mahnte von Teheran "mehr Transparenz" an. US-Außenministerin Condoleezza Rice mahnte den Iran, den Vorschlägen der EU zur Lösung des Atomstreits zu folgen. Anderenfalls könne Teheran vor den Uno-Sicherheitsrat gebracht werden.

Bush signalisiert Unterstützung für EU-Kurs

Am Donnerstag äußerte sich Rice positiver zu den europäischen Verhandlungen mit dem Iran. Die Gespräche bewegten sich "in die richtige Richtung", sagte sie in Washington. Auch US-Präsident Bush signalisierte vorsichtige Unterstützung für den Kurs der Europäer. "Wir wollen dabei helfen, klarzustellen, dass der Prozess vorwärts geht. Und wir suchen nach Mitteln, den Prozess zu unterstützen," sagte Bush am Donnerstag gegenüber Journalisten in Washington. Gleichzeitig stellte er unmissverständlich klar: "Die schuldige Seite ist der Iran."

Teheran wiederum bezeichnete die meisten kritisierten Verstöße als "Missverständnisse". Irans Gesandter bei der IAEA, Sirus Nasseri, gab sich optimistisch, dass die Untersuchungen der Behörde über Irans nahezu 20 Jahre geheim gehaltenes Atomprogramm in Kürze abgeschlossen würden. Er beschuldigte seinerseits die IAEA des "Vertrauensbruchs". Die IAEA könne die Geheimhaltung vertraulicher Informationen nicht mehr gewährleisten.

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