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09.03.2005
 

Illegale Siedlungen

Schwere Vorwürfe gegen Israels Regierungen

Mehrere israelische Regierungen und die Armee sollen systematisch den Bau illegaler jüdischer Siedlungen im Westjordanland gefördert haben. Das geht aus dem Bericht einer ehemaligen Generalstaatsanwältin hervor. Sie fordert nun juristische Schritte gegen die Verantwortlichen.

Jerusalem - In einem 300 Seiten starken Bericht hat die Rechtsanwältin Talia Sasson die Siedlungspolitik mehrerer israelischer Regierungen scharf kritisiert. Sasson beschreibt darin, wie verschiedene Ministerien und Behörden zusammenarbeiten, um den illegal errichteten Außenposten heimlich Geld zukommen zu lassen. Ein Teil davon sei vom Wohnungsbauministerium in den Jahren 2000 bis 2001 unter dem Haushaltstitel "Diverse Bauvorhaben" bereitgestellt worden. Zudem habe das Ministerium die Siedler mit 400 Wohnwagen versorgt.

Die Anwältin schätzte die Zahl der Außenposten auf etwa 105. Mehr als die Hälfte seien zumindest teilweise auf palästinensischen Privatland errichtet. Sie empfahl strafrechtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen, nannte aber keine Namen.

Ein Führer der Siedlerbewegung erklärte, Ministerpräsident Ariel Scharon habe die Siedler in der Vergangenheit eindeutig zu Errichtung von Außenposten ermutigt. "Er muss befragt werden, nicht wir", sagte Schaul Goldstein, der stellvertretende Leiter des Jescha-Rats, der Dachorganisation der Siedler.

Die Zahl nicht genehmigter Siedlungen hatte nach Scharons Amtsantritt im Jahr 2001 deutlich zugenommen. Bei der Annahme des internationalen Friedensplans, der so genannten Roadmap, zwei Jahre später verpflichtete sich Scharon allerdings, alle seit März 2001 errichteten Siedlungen zu räumen. Bislang sind aber nur wenige tatsächlich abgerissen worden. Israelische Medien berichteten heute, die USA hätten mit Kürzungen der Hilfsgelder gedroht, sollte Israel nicht gegen die Außenposten vorgehen.

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