Washington - Umweltschützer kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Öffnung des Gebiets für Ölbohrungen. Das Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge liegt in einer Küstenebene und ist Lebensraum für Millionen Zugvögel, Karibus und andere Tiere.
Mit 51 zu 49 Stimmen sprach sich der von den Republikanern von US-Präsident Bush dominierte Senat gestern Abend dafür aus, die Bohrerlaubnis dem Haushaltsentwurf für das kommende Jahr hinzuzufügen. "Dieses Projekt wird für ein Wachstum unserer Wirtschaft sorgen, indem es Arbeitsplätze schafft und sicherstellt, dass Unternehmen expandieren können", sagte Bush. Darüber hinaus mache es die USA weniger abhängig von Ölimporten.
Umweltschützer kündigten an, weiter für die Bewahrung des Gebiets zu kämpfen. Auch Befürworter des Entwurfs räumten ein, dass bis zu einer endgültigen Entscheidung noch viel Zeit vergehen könne. Die Kongressmitglieder müssen sich auf den Haushaltsentwurf einigen, was im vergangenen Jahr nicht der Fall war. Darüber hinaus fügte das Repräsentantenhaus die entsprechende Passage nicht in seinen Haushaltsentwurf ein. Der Unterschied muss in Verhandlungen ausgeräumt werden.
Das Arctic National Wildlife Refuge liegt im Nordosten von Alaska und ist das nördlichste Naturschutzgebiet der USA. Die rund 80.000 Quadratkilometer sind Lebensraum für zahlreiche Vogel-, Fisch- und Säugetierarten - darunter Karibus, Moschusochsen, Bären und Wale. 1960 wurde das Gebiet vom damaligen Präsidenten Dwight D. Eisenhower unter Schutz gestellt, um das einzigartige Ökosystem zu bewahren. Pläne, die Öl- und Gasvorkommen auszubeuten, scheiterten wiederholt, unter anderem in den siebziger Jahren am damaligen Präsidenten Jimmy Carter, der das Schutzgebiet sogar vergrößerte, und in den neunziger Jahren an Präsident Bill Clinton. Unter dem Gebiet werden fünf bis 16 Milliarden Barrel (das Fass zu 159 Liter) Öl vermutet.
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