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20.03.2005
 

Atomstreit

USA brachten Verbündete mit Tricks gegen Nordkorea auf

Die USA haben ihre asiatischen Verbündeten nach einem Bericht der "Washington Post" mit Absicht in die Irre geführt und ihnen berichtet, Nordkorea habe Atommaterial an Libyen geliefert. Tatsächlich habe Pjöngjang nur an Pakistan geliefert, berichtet das Blatt.

US-Außenministerin Rice mit dem pakistanischen Präsidenten Musharraf: Schaden soll jetzt repariert werden
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AP

US-Außenministerin Rice mit dem pakistanischen Präsidenten Musharraf: Schaden soll jetzt repariert werden

Washington - Nordkorea habe aller Wahrscheinlichkeit nach nicht einmal gewusst, dass Pakistan das Material an Libyen weitergeben würde, schreibt die "Washington Post" heute unter Berufung auf US-Regierungsbeamte mit "detaillierter Kenntnis" des Vorgangs.

Die USA hätten auf diesen Trick zurückgegriffen, um die asiatischen Verbündeten zu verstärktem Druck gegen das Regime in Pjöngjang zu bewegen, hieß es in dem Artikel weiter. Die Partner sollten das kommunistische Land zur Beendigung seines Atomprogramms drängen.

Die Lieferung an Pakistan, das selbst über ein Atomwaffenarsenal verfügt, hätte für die Partner in Asien unterdessen nichts Neues bedeutet und daher auch nicht die gewünschte Wirkung erzielt, zitierte die "Washington Post" die Beamten. Zudem sei Pakistan ein enger Verbündeter der USA im Antiterrorkampf.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Il: Keine Kenntnis
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AFP

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Il: Keine Kenntnis

Die Falschmeldung an die Verbündeten hatte Anfang des Jahres für Aufregung gesorgt. Sie war als Indiz gewertet worden, dass Nordkorea dabei hilft, einen weiteren Staat mit Atomwaffen zu schaffen. Tatsächlich hatte Pakistan das umstrittene Material - Uran Hexaflorid - an Libyen weitergereicht. Die USA, schreibt das renommierte Blatt, habe keine Erkenntnisse, dass Nordkorea von der Transaktion Kenntnis hatte.

Die Rolle Pakistans bei dem Deal sei von den USA heruntergespielt beziehungsweise verschwiegen worden, weil das Land ein Schlüsselpartner der USA im Kampf gegen den Terrorismus und bei der Jagd auf den al-Qaida-Chef Osama Bin Laden ist. "Die US-Regierung gibt Pakistan freie Hand, obwohl es das nicht verdient und zugleich US-Interessen schadet", zitierte die Zeitung einen früheren US-Gesandten nach Nordkorea. "Es hilft unser Glaubwürdigkeit nicht, wenn unsere Alliierten jetzt allmählich das ganze Bild kennenlernen", sagte er.

Die Verbündeten sind laut dem Artikel durch die Auslassungen verunsichert. Die US-Außenministerin Condoleezza Rice nutze ihre gerade stattfindende Asienreise, um den Schaden zu reparieren. Sie versucht seit Tagen, Nordkorea dazu zu bewegen, die so genannten Sechsergespräche über sein Atomprogramm wieder aufzunehmen. An den Verhandlungen waren Nordkorea, China, Japan, Russland und die USA beteiligt. Nordkorea hatte die Gespräche unterbrochen, nachdem das Land, so die "Washington Post", von den Berichten der USA an seine Verbündeten erfahren hatte. Aus dem Artikel geht allerdings nicht klar hervor, ob Nordkorea über die Irreführungen Bescheid wusste.

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