New York - Unter den Demonstranten in New York waren auch die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki. Dort hatten die USA in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges mit Atombombenabwürfen Zehntausende Menschen getötet. Hiroshimas Bürgermeister Tadatoshi Akiba appellierte an alle Staaten der Welt, sich für die Ächtung von Kernwaffen und die Einstellung aller Bestrebungen zur Modernisierung atomarer Waffensysteme einzusetzen.
Auch einige Überlebende der Atombombenabwürfe auf die beiden japanischen Städte waren unter den nach Angaben der Veranstalter rund 40.000 Demonstranten. Hunderte von ihnen formten im Central Park mit ihren Körpern das Peace-Symbol der internationalen Friedensbewegung. Anlass der Demonstration war die Konferenz von 189 Staaten zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrages, die heute im Uno- Hauptquartier beginnt. Deutschland wird bei der Konferenz durch Außenminister Joschka Fischer (Grüne) vertreten, der Sonntagabend in New York eintraf.
Politiker aus Regierung und Opposition forderten unterdessen einen Abzug aller US-Atomwaffen aus Deutschland. "Die noch in Deutschland lagernden Atomwaffen sind ein Relikt des Kalten Krieges", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth der "Berliner Zeitung". "Für sie gibt es keine Notwendigkeit. Sie gehören abgezogen und vernichtet." Solange die Atomwaffenstaaten ihren Verpflichtungen zur Abrüstung nicht nachkämen, werde die Nichtverbreitungspolitik erschwert.
Ähnlich äußerten sich der außenpolitische Sprecher der SPD, Gert Weisskirchen, und FDP-Chef Guido Westerwelle. Ein Abzug würde auch "die Glaubwürdigkeit für Verhandlungslösungen mit Ländern stärken, die jenseits aller weltpolitischen Vernunft auf eine eigene atomare Aufrüstung setzen", sagte Westerwelle.
An den Standorten Ramstein und Büchel lagern noch etwa 150 taktische Nuklearwaffen unter US-Aufsicht.
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