Washington/New York - Neue Dokumente des US- Verteidigungsministeriums unterstützen nach Einschätzung der US-Bürgerrechtsunion (ACLU) den Vorwurf irakischer Häftlinge, sie seien mit religiösen Symbolen erniedrigt und gedemütigt worden. Das Pentagon habe am Dienstag auf Anordnung eines Bundesgerichtes rund 2000 Seiten umfassende Armee-Dokumente herausgegeben, teilte die Bürgerrechtsunion am Donnerstag in New York mit.
Aus einem Dokument geht nach Angaben der ACLU hervor, dass in einem irakischen Internierungslager ein US-Soldat einem Iraker unrechtmäßigerweise einen symbolischen "Davidstern" gezeigt und den Mann danach bedroht habe.
Bereits zuvor habe ein irakischer Häftling angegeben, er sei von Soldaten verhöhnt worden, indem Hunde den Koran vom Boden aufgehoben hätten, heißt es weiter. In einem anderen Fall erhebe ein Iraker den Vorwurf, dass US-Soldaten den Koran auf den Boden geworfen und auf dem heiligen Buch der Muslime herum gesprungen seien.
Dagegen machte Außenamtssprecher Richard Boucher am Donnerstag in Washington deutlich, dass es umfangreiche Richtlinien für den Umgang mit dem Koran gebe. Diese reichten vom Tragen von Handschuhen bis hin zu Vorschriften, wer den Koran anfassen dürfe und wie er transportiert werden solle. Diese Instruktionen des Pentagons seien seit Januar 2003 - noch vor Beginn des Krieges gegen den Irak - in Kraft. Das Pentagon habe versichert, dass es bereits zuvor eine Schulung für den Umgang mit dem Koran gegeben habe, sagte Boucher.
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