Sonntag, 22. November 2009

Politik



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13.06.2005
 

US-Lager

Neuer Fall von Misshandlung in Guantanamo

In dem US-Lager Guantanamo auf Kuba ist ein weiterer Fall von Misshandlungen von Gefangenen bekannt geworden. Laut einem amerikanischen Magazin wurde ein Mann aus Saudi-Arabien über Monate hinweg von seinen Aufsehern gedemütigt und gequält.

Gefangener in Guantanamo (Archiv): Immer neue Vorwürfe gegen US-Wärter
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AP

Gefangener in Guantanamo (Archiv): Immer neue Vorwürfe gegen US-Wärter

Washington - Laut einem Bericht des US-Nachrichtenmagazins "Time" haben Verhörexperten des Militärs Mohammed al-Kahtani bei den Befragungen von November 2002 bis Januar 2003 unter anderem ausgezogen, ihm Bilder von leicht bekleideten Frauen um den Hals gehängt und ihm befohlen wie ein Hund zu bellen. Außerdem habe der Gefangene strammstehen müssen, während die US-Nationalhymne abgespielt wurde, berichtete das Magazin unter Berufung auf vertrauliche Aufzeichnungen der Armee.

Einmal hätten die Militärs den Gefangenen auf den Boden gelegt, und eine Frau habe sich über ihn gekniet, hieß es in dem Bericht weiter. Als Kahtani versucht habe, die Frau mit seinen Beinen von sich wegzustoßen, hätten die Ermittler ihn festgehalten. Als der Verdächtige schließlich nichts mehr aß und trank, bekam er den Aufzeichnungen zufolge durch eine Kanüle im Arm dreieinhalb Beutel Flüssigkeit eingeflößt; anschließend hätten die Militärs ihn nicht auf die Toilette gehen lassen, so dass er gezwungen war, in die Hose zu urinieren.

Eines Tages habe Kahtani um einen Stift gebeten, um sein Testament zu schreiben, und angekündigt, dass er sich umbringen wolle, berichtete "Time". Nach all diesen Torturen habe er gestanden, der Terrororganisation al-Qaida von Osama Bin Laden anzugehören. Die US-Regierung verdächtigt den Mann, an der Vorbereitung zu den Anschlägen vom 11. September 2001 beteiligt gewesen zu sein. Mitarbeiter der US-Regierung gehen davon aus, dass sich Kahtani den Luftpiraten hätte anschließen wollen, wenn ihm die Einreise in die USA nicht im August 2001 verweigert worden wäre. Im Dezember des gleichen Jahres wurde er in Afghanistan festgenommen.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte, die Ermittler in Guantanamo hätten sich bei Kahtani "bewährter und überwachter Befragungsansätze" bedient. Die Befragung des Verdächtigen sei "einem sehr detaillierten Plan" gefolgt, und die "ausgebildeten Profis" der US-Armee hätten damit aufschlussreiche Informationen aus ihm herausbekommen wollen, "um weitere Anschläge auf Amerika zu verhindern".

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