Hamburg - Die politische Führung der USA ist in Erwartung eines Regierungswechsels in Berlin an Kontakten mit amtierenden deutschen Ministern offenbar nicht mehr besonders interessiert. Zu spüren bekam dies jetzt Verteidigungsminister Peter Struck: Informationen des SPIEGEL zufolge wollte Kollege Donald Rumsfeld ihm für ein Treffen in Washington nur ganze 45 Minuten zubilligen. Auch Spitzenleute im Außenministerium und im Nationalen Sicherheitsrat des Präsidenten zierten sich. Verärgert über Duz-Freund "Don" verzichtete Struck kurzfristig auf eine für diese Woche geplante Amerika-Reise. Strucks Kommentar: "Ich nehme mir für Kollegen normalerweise drei Stunden Zeit."
Allerdings war auch ein Termin bei Uno-Generalsekretär Kofi Annan geplatzt, mit dem Struck in New York über Afghanistan und den mangelhaften Schutz für deutsche Militärbeobachter bei der Blauhelm-Mission im Sudan sprechen wollte.
Mit der Absage der Reise ersparte sich der SPD-Politiker einen Eklat. Er hatte Washington-Botschafter Wolfgang Ischinger zunächst ausrichten lassen, er solle ein ausgiebiges Gespräch mit Rumsfeld arrangieren. Strucks Drohung: "Wenn das nicht klappt, drehen wir nach der Landung in Washington sofort wieder um und fliegen zurück nach Hause."
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