Washington - Seit November arbeite er bereits für eine Kandidatur, werbe um finanzielle und politische Unterstützung, sagte der auch bei Republikanern angesehene demokratische Senator Joseph Biden aus Delaware gestern dem Fernsehsender CBS. Ende des Jahres wolle er sich endgültig entscheiden. Biden war erstmals 1972 als 29-Jähriger in den Senat gewählt worden.
Der heute 62-Jährige hat zwar den Irakkrieg unterstützt, ist aber inzwischen ein Kritiker der US-Außenpolitik. Als stellvertretender Vorsitzender des Senats-Außenausschusses forderte er jüngst die Schließung des US-Gefangenenlagers Guantánamo. Zudem wandte er sich gegen die Ernennung von John Bolton zum US-Botschafter bei der Uno.
Der Kampf um die Kandidatur 2008 ist in beiden politischen Lagern längst entbrannt. Bei den Demokraten gelten Senatorin Hillary Clinton, der 2004 unterlegene Herausforderer von Präsident George W. Bush, Senator John Kerry sowie Ex-Senator John Edwards und Ex-Nato-Chef Wesley Clark als aussichtsreichste Bewerber. Bei den Republikanern wird wohl der populäre Senator John McCain ins Rennen gehen, der schon längst - auch mit Kritik am Irak-Krieg sowie der Sozialpolitik von Bush - um Unterstützung in seiner Partei ringt.
Als weitere mögliche Kandidaten werden der Bruder des Präsidenten, Floridas Gouverneur Jeb Bush, der Ex-Bürgermeister von New York, Rudolph Guiliani und Senats-Fraktionschef Bill Frist genannt. Einige Konservative wollen, dass gegen eine demokratische Kandidatin Clinton die populäre Bush-Ehefrau Laura oder Außenministerin Condoleezza Rice antreten soll.
© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH