Mainz - Die Videoaufnahmen zeigen nach Angaben von "Report Mainz" fünf Soldaten des militärischen Geheimdienstes der USA (Military Intelligence). Die Männer sollen Uniform tragen, Musik hören, angetrunken wirken und "zum Spaß" das Verhören von Häftlingen mit Gegenständen nachspielen. In dem heute um 21.05 Uhr von der ARD ausgestrahlten Politikmagazin soll einer der Soldaten schreien: "Du willst also nichts sagen". Anschließend würden die Soldaten mit ihren Fäusten und mit einem Gewehr auf einen fiktiven Gefangenen einschlagen und eintreten. "Das ist es, was hier abgeht", soll einer der Soldaten die Szenerie kommentieren. Andere würden einen Stoffsitz mit einem Dolch aufschlitzen, so als ob es ein Mensch sei. Ein Soldat sagt dann laut ARD in die Kamera: "Jetzt kann dich keiner hören." Die Männer gehören dem Bericht zufolge dem 302nd Military Intelligence Battalion an, dessen Hauptquartier in Wiesbaden stationiert ist.
Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Bundeswehr-Verbandes, Oberst Bernhard Gertz sagte dem Magazin nach Ansicht der Aufnahmen, er würde sich wünschen, dass solche Soldaten, "die Armee schnellstmöglichst zu verlassen hätten". Bundeswehrsoldaten, die sich so verhielten, zum Beispiel in Afghanistan, würden umgehend nach Hause geschickt, "weil dieses Verhalten zum Ausdruck bringt, dass man den Respekt vor der Würde des Menschen verloren hat und das erwarten wir von Soldaten der Bundeswehr". Weiter sagte Gertz: "Das ist ein strukturelles Phänomen: Wenn die Damen und Herren eben nichts in der Birne haben und wenn es auch an Bildungsfähigkeit fehlt, dann ist es sehr schwierig, sie zu ethischen Verhaltensweisen zu bekommen, die wir als Standard bei unserem Menschenbild voraussetzen."
Der Sprecher der US-Landstreitkräfte in Europa, Colonel Roger L. King - stationiert in Heidelberg - hält die dokumentierten Gewaltspiele der US-Geheimdienstsoldaten dagegen für harmlos: "Ich denke sie üben eine Art Sport aus. Sie spielen. Sie haben Körperkontakt, machen Wrestling, Football - das ist Teil der Kultur, wenn Sie so wollen." Für den US-amerikanischen Psychologen und Direktor des Instituts für seelische Gesundheit in Mannheim, Professor Fritz A. Henn, zeigen die Bilder hingegen eine "Kultur der Gewalt". Seiner Ansicht nach geht es in den Szenen um einen Wettbewerb der Gewalt: "Das ist wirklich erschreckend, ein bisschen ohne Grenzen."
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