Der französische Präsident Jacques Chirac ist mit der elften Gipfelteilnahme der Veteran in der G-8-Runde. Auf Gastgeber Blair ist er wegen des Streits um die EU-Finanzen derzeit denkbar schlecht zu sprechen, dafür haben sich die Dissonanzen mit US-Präsident Bush wegen des Iraks-Kriegs inzwischen weitgehend aufgelöst. Der 72-Jährige, daheim politisch angeschlagen, will sich vor allem beim Thema Afrika profilieren.
Ob sich Chirac auf einen Subventionsabbau in der Landwirtschaft einlassen wird, scheint fraglich. Beim letzten Gipfel der EU 2002, der die EU-Agrarhilfen bis 2013 festschrieb, legte er sich derart für die französischen Bauern ins Zeug, dass ein entnervter Kanzler Schröder klein beigab.
Während der Vorbereitung auf den Gipfel sagte Chirac, er werde daran erinnern, dass sich Europa verpflichtet hat, seine Agrarsubventionen abzuschaffen, sofern die anderen Industrienationen dies auch tun.
Chirac ließ wie Schröder erkennen, dass ihm die von Blair angestrebte Verdopplung der Entwicklungshilfe nicht passt. Sie könne nicht einfach durch eine Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfe geleistet werden, sondern bestenfalls über Anleihen finanziert werden. Chirac und Schröder sind beide der Ansicht, dass solche Anleihen später zurückgezahlt werden müssten. Schröder plädierte dafür, eine solche Kapitalmarktfinanzierung nur für eine Impfkampagne in Afrika zu wählen.
Chirac forderte - wie auch Schröder - dass künftig wieder Wirtschafts- und Energiefragen den G-8-Gipfel bestimmen sollten.
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