Jerusalem - Der Iran stehe auf der Liste der Förderer des Terrorismus und habe in der Vergangenheit die Hisbollah-Miliz im Libanon und andere Organisationen unterstützt, sagte Donald Rumsfeld nach einem Treffen mit seinem italienischen Amtskollegen Antonio Martino. Eines der erklärten Ziele Teherans sei es, Israel zu schädigen, sagte der US-Verteidigungsminister.
Nach dem Selbstmordanschlag palästinensischer Extremisten in Netanja mit vier Toten und mindestens 30 Verletzten ordnete die israelische Regierung gezielte Angriffe auf die Führer der Untergrundorganisation Islamischer Dschihad an. Er habe den Sicherheitskräften einen entsprechenden Auftrag erteilt, sagte Ministerpräsident Ariel Scharon heute bei der Begrüßung von Einwanderern auf dem Flughafen Ben Gurion.
"Wir werden nicht Ruhe geben, bis sie ihre terroristischen Mordtaten einstellen", sagte Scharon. Die Streitkräfte sperrten heute morgen bereits die Überänge vom Westjordanland und dem Gazastreifen nach Israel. Damit wurden tausende von Palästinensern daran gehindert, zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen. Außerdem besetzten israelische Truppen Tulkarem und übernahmen faktisch wieder die Kontrolle über die erst vor vier Monaten geräumte Stadt im Westjordanland. Bei einer Razzia wurde ein palästinensischer Polizist erschossen. Fünf Aktivisten des Islamischen Dschihads wurden verhaftet.
Der Islamische Dschihad hatte sich gestern zu dem Selbstmordanschlag in Netanja bekannt. Der 18-jährige Attentäter stammte aus einem Dorf nahe Tulkarem. Es war der erste Selbstmordanschlag in Israel seit fünf Monaten.
Fischer besucht Israel
Bundesaußenminister Joschka Fischer ist unterdessen zu einem zweitägigen Besuch nach Israel und in die palästinensischen Autonomiegebiete abgeflogen. Am Nachmittag spricht er zunächst in Jerusalem mit seinem Amtskollegen Silwan Schalom, bevor er am Abend Israels Premier Ariel Scharon trifft. Morgen fährt Fischer nach Ramallah zu Gesprächen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Regierungschef Ahmed Kureia.
Im Mittelpunkt steht der in fünf Wochen beginnende Abzug israelischer Siedler und Soldaten aus dem Gaza-Streifen. Fischer will beiden Seiten das Interesse Deutschlands an einem Gelingen des historischen Vorhabens versichern. Scharon hatte den Abzug aus dem 1967 besetzten Gaza-Streifen erstmals im Dezember 2003 angekündigt und seitdem gegen erhebliche Widerstände in den eigenen Reihen durchgesetzt. Gegen die Pläne protestieren seit Monaten vor allem jüdische Extremisten. Die israelische Seite will die Siedlungen notfalls mit Gewalt räumen.
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