Riad/Kairo - Das Grab, in dem König Fahd Ibn Abdelasis auf dem El-Ud-Friedhof beigesetzt wird, soll sich nicht von dem anderer Verstorbener unterscheiden. Eine offizielle Trauerperiode gibt es nicht. Auch die Flaggen werden nicht auf halbmast gesetzt.
Zahlreiche Politiker und Würdenträger aus der ganzen Welt werden erwartet, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Angehörige und Vertreter einflussreicher Stämme und Familien aus dem Land werden anwesend sein. Augenzeugen berichteten, die Polizei habe rund um die große Prinz-Turki-Moschee in Riad, in der der höchste Geistliche Saudi-Arabiens das Totengebet sprechen will, bereits Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
König Fahd war gestern im Alter von 83 Jahren gestorben. Er hatte seit Jahren unter Herzproblemen und Diabetes gelitten und war am 27. Mai mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht worden. Sofort nach Bekanntwerden des Todes ernannte die Herrscherfamilie der Ibn Saud seinen Halbbruder Kronprinz Abdullah zum König. Neuer Kronprinz ist der jetzige Verteidigungsminister Prinz Sultan.
Prinz Abdullah hatte bereits nach einem Schlaganfall Fahds 1995 die Verantwortung für die täglichen Regierungsgeschäfte übernommen. Fahd, der seit 1982 regierte, war trotz seiner pro-amerikanischen Ausrichtung kein reformwilliger Herrscher. Die kleinen Reformschritte Saudi-Arabiens in den vergangenen Jahren - die ersten Kommunalwahlen und die Öffnung neuer Berufszweige für Frauen - sollen auf Initiativen von Abdullah zurückgehen.
König Fahd hatte sich 1986 den zusätzlichen Titel "Hüter der Heiligen Stätten (des Islam in Mekka und Medina)" zugelegt. Von islamischen Fundamentalisten wurde er 1990 jedoch des Verrats an der Religion bezichtigt, weil er nach der irakischen Invasion in Kuwait die nicht-muslimischen US-Soldaten ins Land ließ, die 1991 Saddam Husseins Truppen aus Kuwait vertrieben. US-Präsident George W. Bush nannte Fahd eine "historische Persönlichkeit". Fahd sei jahrzehntelang ein Freund und starker Verbündeter der USA gewesen.
Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Gerhard Schröder übermittelten dem saudischen Volk ihr Mitgefühl. Dem Monarchen sei weltweite Anerkennung für seine "stets mäßigende Politik zuteil geworden", schrieb Köhler. Mehrere arabische Ländern ordneten eine mehrtägige Staatstrauer an.
Der neue König hat unterdessen angekündigt, im Kampf gegen den Terrorismus stärker mit den USA zusammenarbeiten. Das sagten Diplomaten seines Landes in Washington. Neben den bestehenden engen wirtschaftlichen Kontakten solle die Kooperation auf diesem Gebiet der Angelpunkt der bilateralen Beziehungen werden, sagte der Geschäftsträger der saudiarabischen Botschaft, Rehab Massud. Saudi-Arabien werde keinen "dämonischen Kult" unterstützen, der den Islam als Entschuldigung für "massive Gewalt" benutze.
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