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18.08.2005
 

Atomstreit

Iran räumt Hinhaltetaktik ein

Iran hat die Europäer bei den Verhandlungen um sein Atomprogramm absichtlich hingehalten. Das Regime habe mit der EU nur gesprochen, um Zeit für die Fertigstellung der Atomanlage in Isfahan zu gewinnen, erklärte Irans Chef-Unterhändler Hosein Musavian.

Teheran/Berlin - Die Zeitung "Die Welt" berichtet, Musavian, der auch Mitglied des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Iran ist, habe in einem Interview mit dem iranischen Fernsehsender "Channel 2" erklärt, das Regime in Teheran habe eine "Doppelstrategie" verfolgt. Es sei intensiv mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zusammengearbeitet worden, während man gleichzeitig auf internationaler Ebene verhandelt habe.

"Die IAEA gab uns eine Frist von 50 Tagen, in denen wir die Anreicherung und alle Aktivitäten aussetzen sollten. Aber dank der Verhandlungen mit den Europäern haben wir ein weiteres Jahr gewonnen, in dem wir die Anlage in Isfahan fertig stellen konnten", zitiert "Die Welt" Musavian.

In dem Gespräch werde deutlich, dass Iran eine Behandlung des Nuklearprogramms vor dem Uno-Sicherheitsrat unbedingt vermeiden will. "Wir haben die Anreicherung im Oktober 2004 ausgesetzt, obwohl wir uns eigentlich schon 2003 dazu verpflichtet hatten. Jetzt sind wir in einer guten Position", wird der Unterhändler weiter zitiert. Iran sei in der Lage gewesen, 36 Tonnen "yellow cake", pulverförmiges Uran, in Gas umzuwandeln und zu speichern.

Die Verhandlungen mit dem EU-Trio aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien sieht Musavian positiv. In der Vergangenheit sei Iran von der Weltgemeinschaft nicht im Kreis der Länder akzeptiert worden, die einen nuklearen Brennstoffkreislauf betreiben dürfen. Dank des Pariser Abkommens habe man sich nun Zutritt zu diesem Kreis verschafft.

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