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19.08.2005
 

Gaza

Planierraupen zermalmen Häuser der Siedler

Die Zerstörung der Häuser in den geräumten Siedlungen hat begonnen: Planierraupen rückten in die Siedlung Kerem Atzmona vor und zerstörten die Unterkünfte. Premier Scharon nannte die radikalen Siedler eine "Bande von Wilden".

Kerem Atzmona - Mit Kränen wurden Container aus Beton abgeräumt, die den Siedlern als Bunker gedient hatten. Kerem Atzmona war lediglich ein kleiner Außenposten und wurde am Mittwoch geräumt. Nach Abschluss des israelischen Abzugs sollen die Häuser sämtlicher 21 jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen demoliert werden. Der Schutt soll den Palästinensern als Material für ihre Neubauprojekte überlassen werden.

Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen bei der Räumung der jüdischen Siedlung Kfar Darom bezeichnete der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon die militanten Demonstranten als "Bande von Wilden". Als er gesehen habe, wie eine Gruppe von Demonstranten vom Dach einer Synagoge aus die Sicherheitskräfte attackierte, sei seine Traurigkeit über die Räumung der Siedlungen einem "tiefen Gefühl der Wut gewichen", sagte Scharon heute der Zeitung "Jediot Aharonot". Eine Gruppe von auf dem Dach verschanzten Jugendlichen hatte Farbe, Kleister und vermutlich auch Säure auf die Polizisten geschüttet.

Scharon will in der kommenden Woche den Gaza-Streifen besuchen, um sich bei Armee- und Polizeivertretern über den Verlauf der Räumungen zu informieren, wie einer seiner Mitarbeiter in Jerusalem mitteilte. Nach Angaben des für die Region zuständigen General Dan Harel soll die Räumung am Dienstag oder Mittwoch vollständig beendet sein.

Hunderte Polizisten und Soldaten drangen am Freitagmorgen in die Siedlung Gadid im Gaza-Streifen vor, ohne dabei zunächst auf Widerstand zu stoßen. Über der Siedlung stieg schwarzer Rauch von brennenden Reifen und Mülleimern auf. Die Siedlungen Azmona, Katif und Netzarim sollten nach Armeeangaben erst am Sonntag geräumt werden, da die Evakuierungen während des Sabbats vorübergehend ausgesetzt werden sollten. In allen vier Siedlungen halten sich nach Armeeangaben noch insgesamt rund 250 Familien auf. In Gadif harrten dem General zufolge noch sechs Familien und rund 200 Rückzugsgegner aus.

Bundesaußenminister Joschka Fischer äußerte sich positiv über den bisherigen Verlauf des israelischen Abzugs aus dem Gaza-Streifen. "Trotz der Störversuche und der feigen Ermordung von vier Palästinensern in Ramallah/Shiloh haben beide Seiten es erreicht, dass die Räumung der Siedlungen im Gaza-Streifen bisher überwiegend ruhig verlaufen ist", sagte der Grünen-Politiker in Berlin. "Dies verdient große Anerkennung", fügte er hinzu. Die Bundesregierung appellierte an beide Seiten, den "eingeschlagenen Weg der Weitsicht und der Vernunft" fortzusetzen.

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