Mittwoch, 10. Februar 2010

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Hurrikan Katrina

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06.09.2005
 

Misslungenes Krisenmanagement

Bush kündigt Untersuchung an

Nach massiver Kritik am Hurrikan-Krisenmanagement hat Bush eine Untersuchung angekündigt. Es gehe darum herauszufinden, was falsch gelaufen sei, sagte der US-Präsident. Bushs Mutter Barbara fiel derweilen mit missverständlichen Bemerkungen über Flüchtlinge auf.

Bush: "Was richtig und was falsch lief"
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REUTERS

Bush: "Was richtig und was falsch lief"

Washington - Bush kündigte an, er selbst werde die Untersuchung leiten, die das schlechte Krisenmanagement seiner Regierung überprüfe. Seinen Stellvertreter Dick Cheney werde er am Donnerstag in die Krisenregion an der Golfküste schicken, um die weiteren Hilfsmaßnahmen für die Opfer des Hurrikans "Katrina" zu bewerten und mögliche "bürokratische Hindernisse" auszuräumen.

Eine sofortige Untersuchung lehnte Bush aber ab. Denen, die das jetzt forderten, gehe es nur um Schuldzuweisungen. "Wir haben Probleme zu lösen. Wir sind Problemlöser. Die Menschen werden noch reichlich Zeit haben herauszufinden, was richtig und was falsch gelaufen ist. Woran ich interessiert bin ist, beim Retten von Leben zu helfen."

Zudem will der US-Präsident offenbar 40 Milliarden Dollar(32 Milliarden Euro) für die nächste Phase der Hilfs- und Bergungseinsätze beantragen, wie am Dienstag aus Kongresskreisen verlautete.

Auf die Frage, ob er wegen der zögerlichen Reaktion aus Washington personelle Konsequenzen ziehen werde, antwortete Bush ausweichend, er werde zunächst untersuchen lassen, "was richtig und was falsch lief". Künftig müsse sichergestellt sein, dass es eine angemessene Reaktion gebe, "sollte es einen Angriff mit Massenvernichtungswaffen oder einen weiteren großen Sturm geben". Bushs Sprecher Scott McClellan gab zu, es bestünden weiterhin Probleme, die behoben werden müssten.

Wenig hilfreich waren für Bush auch Äußerungen seiner Mutter Barbara, die ihn und seinen Vorgänger Bill Clinton bei einem Besuch von Flutopfern aus New Orleans in einem Stadion in Houston begleitete. Wie sie höre, "und das ist ein bisschen beängstigend", wollten die Flutopfer alle in Texas bleiben. "Alle sind so überwältigt von der Gastfreundschaft", sagte die ehemalige First Lady im Interview mit dem Radiosender American Public Media. "Und so viele Leute in der Sporthalle hier waren sowieso unterprivilegiert, also fügt sich das gut für sie."

Der US-Senatsausschuss für Regierungsangelegenheiten kündigte unterdessen an, er werde eine Untersuchung der Fehler und Versäumnisse einleiten. Die Ermittlungen würden sofort beginnen, teilten die Senatoren Susan Collins (Republikaner) und Joe Lieberman (Demokraten) mit. Auch Collins betonte, es gehe nicht um Schuldzuweisungen, sondern um das Aufdecken von Problemen und deren Vermeidung bei künftigen Katastrophen.

Wenn das System versagt habe, "ohne dass es einen Feind gab, wie wird es dann im Fall eines großen Terroranschlags sein?", fragte Collins. Lieberman kündigte seinerseits harte Fragen an - "wie wir sie nach dem 11. September 2001 gestellt haben".

Trotz seines zweiten Besuchs im Katastrophengebiet wurde Bushs Regierung weiterhin kritisiert. Die größte Zeitung im US-Staat Louisiana, die "Times-Picayune", druckte einen offenen Brief an Bush, in dem der Präsident aufgefordert wird, alle Beamten des Katastrophenschutzes (Fema) zu entlassen. Amerikanische Nothelfer monierten bereits Wochen vor dem Hurrikan, dass sie mehr auf den Einsatz bei Terroranschlägen als für Naturkatastrophen ausgebildet und ausgerüstet seien. Eine Behörde des Kongresses informierte die Regierung darüber im Juli.

Bushs Sprecher McClellan wies alle Forderungen zurück, Heimatschutzminister Michael Chertoff und den Chef der Katastrophenschutzbehörde, Mike Brown, zu entlassen. "Wir werden uns nicht an dem Schwarzen-Peter-Spiel beteiligen, wir werden uns auf das wirklich Wichtige konzentrieren, nämlich den Menschen zu helfen", sagte McClellan.

Auch heute kritisierten örtliche Regierungsvertreter die Reaktion der Bundesbehörden auf die Naturkatastrophe im Süden der USA. Die Bürokratie habe Menschen im Großraum New Orleans getötet, sagte der Präsident des Vororts Jefferson Parish, Aaron Broussard, dem Sender CBS. Der Kongress müsse deswegen Ermittlungen aufnehmen. "Nehmt den Idioten, den sie an der Spitze einer Behörde haben, und gebt mir einen besseren Idioten. Gebt mir einen fürsorglichen Idioten. Gebt mir einen mitfühlenden Idioten. Gebt mir nur nicht denselben Idioten."

Der Feuerwehrchef von St. Bernard Parish, klagte ebenfalls über mangelnde Hilfe. "Leute, jetzt ist der achte Tag. Anfangs ging alles nach New Orleans, wir verstehen das. Aber wissen Sie, dass wir nach dem Sturm 5,5 bis 6 Meter Wasser hatten, und jetzt haben wir immer noch 2 bis 2,5 Meter?" fragte Feuerwehrchef Ron Silva. "Wenn man auf diesen Ort eine Bombe geworfen hätte, könnte es nicht schlimmer sein."

Hilfe sei von anderen Bezirken aus Louisiana und aus Alabama gekommen. Außerdem sei am vierten Tag nach dem Hurrikan ein Einsatzteam kanadischer Feuerwehrleute und Polizisten eingetroffen. "Wenn man ein kanadisches Team in vier Tagen hierher bekommt, sollten US-Teams es schneller schaffen", sagte Silva.

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