Gaza - Die Detonation ereignete sich im palästinensischen Flüchtlingslager Dschabalia im Norden des Gaza-Streifens. Augenzeugen berichteten, es sei ein mit Sprengstoff beladenes Auto explodiert, dass von militanten Mitgliedern der Hamas gefahren worden sei. Blutverschmierte Menschen lägen auf der Erde und abgerissene Körperteile seien durch die Luft geflogen.
19 Menschen wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen bei der Explosion getötet, mehr als 80 verletzt. Der Chef der Rettungsdienste im Gazastreifen, Muawija Hassanein, bestätigte nur zehn Tote. Die Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas erklärte, die Hamas sei für die Explosion des Autos verantwortlich.
An der Kundgebung hatten Tausende Palästinenser teilgenommen, darunter auch einige ranghohe Hamas-Anführer. Sie gehörte zu den Feiern, die die militanten Organisationen nach dem israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen organisiert haben.
Die Hamas beschuldigte Israel, einen Luftangriff auf den Demonstrationszug geflogen zu haben. Hamas-Anführer Nisar Rajan, dessen Bruder unter den Toten ist, sagte, Israel habe ein Auto mit fünf Hamas-Kämpfern ins Visier genommen. Die israelische Armee erklärte auf Anfrage, es habe keinen Militärangriff im Gaza-Streifen gegeben. Die Vorwürfe der Hamas entbehrten jeder Grundlage. Gleichzeitig warnte die Armee vor jedem Versuch, die Explosion als Vorwand für Angriffe auf Israelis zu nehmen.
Zuvor hatten erstmals seit dem israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen palästinensische Extremisten von dort wieder mindestens eine Rakete auf Israel abgefeuert. Dabei wurde niemand verletzt.
In Militärkreisen hieß es, zumindest eine Rakete sei in einem Feld in Israel an der Gaza-Nordgrenze eingeschlagen. Die Extremistenorganisation Islamischer Dschihad erklärte hingegen, es seien fünf Raketen abgefeuert worden. Dabei habe es sich um eine Vergeltungsaktion wegen der Tötung von drei ihrer Mitglieder durch israelische Soldaten im Westjordanland gehandelt. Ein Dschihad-Sprecher kündigte weitere Racheaktionen an.
Am Freitagmorgen hatten israelische Soldaten während einer Razzia bei Tulkarm im Westjordanland drei Dschihad-Kämpfer erschossen. Es war die erste Militäraktion dieser Art seit dem israelischen Abzug aus vier Siedlungen im Westjordanland und dem gesamten Gaza-Streifen, der Mitte September abgeschlossen wurde.
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