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27.09.2005
 

Flüchtlinge

Hunderte Afrikaner stürmen spanische Exklave Melilla

Dramatische Szenen in der spanischen Exklave Melilla in Nordafrika: Bei einem Massenansturm von Flüchtlingen ist es rund 100 Menschen gelungen, den Absperrzaun zu überwinden und auf spanisches Territorium zu gelangen.

Melilla: Flüchtlinge nach dem Sturm auf die spanische Exklave
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REUTERS

Melilla: Flüchtlinge nach dem Sturm auf die spanische Exklave

Madrid - Rund 500 illegale afrikanische Einwanderer versuchten in der vergangenen Nacht, den bis zu sechs Meter hohen Metallzaun um Melilla zu überwinden, wie die örtliche Präfektur mitteilte. Zunächst war von 800 Menschen die Rede gewesen. Sechs Polizisten wurden laut Präfektur bei dem Versuch verletzt, die Menschen zurückzudrängen. Zwölf Einwanderer seien leicht verletzt worden. Die aus Afrika südlich der Sahara stammenden Menschen hätten erheblichen Widerstand geleistet, hieß es weiter. Die Sicherheitskräfte seien daher mit sogenannter Anti-Krawall-Ausrüstung gegen die Menge vorgegangen.

Die Verletzten wurden den Angaben zufolge ins Krankenhaus gebracht. Bis auf einen Mann, der sich das Handgelenk brach, wurden alle kurz darauf wieder entlassen. Die Polizei stellte 270 Leitern sicher, mit denen die Einwanderer über den Zaun geklettert waren. Die Präfektur teilte mit, die Zusammenarbeit mit den marokkanischen Behörden habe funktioniert. Diese hätten auf ihrer Seite etwa 50 Menschen festgenommen.

Die Aktion war der bislang größte Ansturm auf Melilla in einer Nacht. Nach Angaben der spanischen Behörden haben seit Jahresbeginn rund 12.000 Menschen versucht, nach Melilla und damit in den Schengener Raum zu gelangen. Sie haben dort das Recht, einen Asylantrag bei den spanischen Behörden zu stellen. In Melilla leben rund 60.000 Menschen auf 12,5 Quadratkilometern. Der metallene Absperrzaun um die Exklave ist zwölf Kilometer lang und soll bald überall sechs Meter hoch sein.

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