Washington - "Die Militanten glauben, dass die Beherrschung eines Landes die muslimischen Massen mobilisiert und dass sie dann alle gemäßigten Regierungen in der Region stürzen und ein radikalislamisches Reich von Spanien bis Indonesien errichten können", sagte Bush in der Grundsatzrede.
Die Islamisten wollten "ganze Länder versklaven und die Welt einschüchtern". Der Irak sei dabei zu ihrer Hauptkampffront geworden, sagte Bush. Der Präsident verglich die Ideologie der militanten Islamisten mit dem Kommunismus. Unterstützt würden sie von arabischen Medien, "die Hass und Antisemitismus säen".
Gegen solche Feinde gebe es nur eine effektive Antwort, sagte Bush: "Wir beugen uns nie, geben nie auf und akzeptieren nie etwas anderes als den vollständigen Sieg." Der weltweiten "Kampagne der Angst", die die Terroristen führte, setzten die USA eine weltweite "Kampagne der Freiheit" entgegen.
Bush reagiert mit seiner Rede auf die wachsende Kritik in der Bevölkerung an seiner Irak-Politik. In einer AP-Ipsos-Umfrage hatten kürzlich nur noch 37 Prozent der Befragten erklärt, sie seien mit Bushs Irak-Politik zufrieden, 62 Prozent lehnten sie ab.
An seine Kritiker in den USA gerichtet sagte Bush: "In der Mitte eines langen Kampfes gibt es immer die Versuchung, ein ruhiges Leben zu suchen, sich den Pflichten und den Problemen der Welt zu entziehen und zu hoffen, dass der Feind des Fanatismus überdrüssig und der Morde müde wird." Die USA würden sich in ihrem Krieg gegen den Terror aber nicht aus dem Irak zurückziehen. "Wir behalten die Nerven und wir werden gewinnen", sagte der Präsident.
Seit den Anschlägen des 11. September 2001 seien drei weitere terroristische Angriffsversuche in den USA vereitelt worden, sagte Bush. Außerdem seien seither mindestens sieben weitere Terrorattacken in anderen Teilen der Welt verhindert worden. Er nannte keine Details zu diesen Anschlagsplänen der vergangenen Jahre.
Bush bestritt zugleich, dass der islamistische Terrorismus durch die US-geführte Invasion im Irak neuen Auftrieb erhalten habe. Er wolle daran erinneren, dass die USA noch nicht im Irak präsent gewesen seien, als sie am 11. September 2001 von al-Qaida angegriffen worden seien. "Der Hass der Radikalen hat existiert, bevor der Irak ein Thema war, und er wird noch existieren, wenn der Irak keine Ausrede mehr darstellt", sagte Bush.
Deutliche Warnung an Syrien und Iran
Bush gab Syrien und Iran eine Mitschuld an den Terroranschlägen in aller Welt vorgeworfen. Er warnte sie deutlich wie selten zuvor vor amerikanischen Repressalien. "Staaten wie Syrien und Iran haben eine lange Geschichte der Unterstützung von Terroristen und verdienen keine Geduld von den Opfern des Terrors", sagte Bush.
"Die USA machen keinen Unterschied zwischen denen, die Terroranschläge begehen und denen, die Terroristen unterstützen und beherbergen, weil sie genauso des Mordes schuldig sind", sagte der Präsident. Wer sich mit dem Terror verbünde, sei ein Feind der Zivilisation. "Diese Regime müssen zur Verantwortung gezogen werden", verlangte Bush.
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