Rom/Washington - Berlusconis veröffentlichte Äußerung in einem Fernsehinterview, er habe Bush mehrmals versucht, vom Irak-Krieg abzubringen, habe beide Seiten "genötigt", die Pressebegegnung zu annullieren, berichtete die italienische Zeitung "Repubblica".
Berlusconi hatte dem Fernsehsender La7 vor seiner Abreise nach Washington gesagt: "Ich habe bei mehreren Gelegenheiten versucht, den amerikanischen Präsidenten zu überzeugen, keinen Krieg zu führen." Er habe mehrere andere Lösungen gesucht, auch eine gemeinsame Intervention mit dem libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi. "Wir haben das nicht geschafft und es kam zur Militärintervention. Ich glaube, man hätte dies vermeiden sollen."
Oppositionspolitiker werteten die Aussagen Berlusconis als Wahlkampfmanöver mit Blick auf die Parlamentswahlen im Frühling 2006. Der Großteil der Italiener war stets gegen einen Truppeneinsatz im Irak. Rund 3000 italienische Soldaten sind zurzeit im Irak stationiert.
Mit der Absage der Pressekonferenz wolle Bush zudem vermeiden, vor der Presse auf Fragen zur Anklage des Regierungsberaters Lewis Libby im Skandal um die Enttarnung einer CIA-Agentin antworten zu müssen, schrieb die Zeitung "Il Messaggero".
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