Amman - "Verbrenne in der Hölle, Sarkawi!", riefen die Demonstranten nach Berichten des britischen TV-Senders BBC. Die irakische Al-Qaida hatte sich zu den Selbstmordanschlägenbekannt. Trauernde Jordanier entzündeten Kerzen im Gedenken an die Opfer. Die Regierung hatte den Donnerstag zum nationalen Trauertag erklärt.
Bei den Bombenanschlägen wurden mindestens 56 Menschen getötet. 33 Opfer waren nach offiziellen Angaben Jordanier, darunter Gäste einer Hochzeitsgesellschaft. Auch vier deutsche Urlauber wurden leicht verletzt.
König Abdullah sagte in einer Fernsehansprache: "Wir werden sie (die Täter) jagen, sie aus ihren Löchern holen und sie vor Gericht stellen." Jordanien werde sich "nicht erpressen lassen und wir haben keine Angst." Abdullah, der enge Beziehungen zum Westen und zum Nachbarland Israel unterhält, ist ein wichtiger Verbündeter der USA.
Der Anschlag wurde weltweit verurteilt, so vom Weltsicherheitsrat, von Papst Benedikt XVI. sowie zahlreichen Ländern, darunter Deutschland. US-Präsident George W. Bush trug sich in der jordanischen Botschaft in Washington in ein Kondolenzbuch ein. Anschließend sprach er dem jordanischen Volk und den trauernden Familien erneut sein Beileid aus und verurteilte die Anschläge als abscheuliche Tat herzloser Mörder. Die Anschläge hätten erneut gezeigt: "Diese Terroristen müssen besiegt werden."
Der Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums, Lawrence DiRita, sagte, es sei noch zu früh zu sagen, ob tatsächlich Sarkawi hinter den Anschlägen stecke. Man wisse aber, dass Sarkawi ein Jordanier sei, und die Kommunikation oder versuchte Kommunikation zwischen ihm und al-Qaida-Anführer Aiman al-Sawahiri deute "auf ein Interesse hin, den Irak für solche Anschläge zu nutzen".
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