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18.11.2005
 

Geheimdienst

CIA unterhält weltweit geheime Anti-Terror-Zentren

Neue Enthüllungen über die CIA: Der US-Geheimdienst hat einem Zeitungsbericht zufolge in den vergangenen Jahren ein weltweites Netz aus geheimen Terrorabwehrzentren eingerichtet. In der Zentrale in Paris sollen auch deutsche Geheimdienstler die CIA-Agenten unterstützen.

Washington - In mehr als einem Dutzend Staaten weltweit soll die CIA sogenannte Central Intelligence Centers (CTIC) unterhalten, in denen Mitarbeiter ausländischer Geheimdienste Seite an Seite mit CIA-Agenten Terrorverdächtige aufspüren oder deren Netzwerke unterwandern. Das berichtet die "Washington Post". Das Blatt beruft sich dabei auf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des US-Geheimdienstes sowie auf Quellen aus diplomatischen und Kongress-Kreisen.

Dem Bericht zufolge gibt es CTICs in Europa, Asien und dem Mittleren Osten. In Paris habe die CIA unter dem Codenamen "Alliance Base" sein einziges multinationales Anti-Terror-Zentrum eingerichtet. Hier arbeiten Vertreter des britischen, französischen, australischen, kanadischen und auch deutschen Geheimdienstes mit den US-Amerikanern zusammen, wie der SPIEGEL bereits am Montag in seiner jüngsten Ausgabe berichtete. Laut "Washington Post" werden von Paris aus weltweit verdeckte Operationen koordiniert und ausgeführt. Weitere Zentren gebe es in Usbekistan und Indonesien.

Die CTICs seien unter dem früheren CIA-Chef George Tenet ins Leben gerufen worden. Ziel sei die zunehmende Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen internationalen Geheimdiensten nach dem 11. September gewesen. Dazu gehörte auch, unter der Oberfläche offizieller Diplomatie neue Vertrauensverhältnisse aufzubauen. Frankreich und Deutschland gehörten zu den schärfsten Gegnern des von den US-Amerikanern geführten Irak-Kriegs. Den usbekischen Präsidenten Islam Karimov hatte das Weiße Haus verstärkt wegen seines autoritären Führungsstils und der Unterdrückung von Regimegegnern kritisiert. Auch die geheimdienstlichen Verbindungen zu Indonesien sollen enger gewesen sein als die offiziellen Beziehungen auf Regierungsebene.

CIA bleibt im Hintergrund

Hinweise auf mögliche Verstecke Terror-Verdächtiger erhielten die CTICs direkt von der CIA, schreibt die "Washington Post" weiter. Die eigentliche Operation zur Ergreifung werde dann normalerweise von einem der Zentren organisiert und von lokalen Sicherheitskräften ausgeführt, ohne dass der CIA direkt zugegen sei. "An der überwältigenden Mehrheit der Erfolge waren unsere CTICs beteiligt", zitiert das Blatt einen ehemaligen Mitarbeiter der Terrorismusabwehr. "Der Stiefel, mit dem die Tür eingetreten wurde, war ein ausländischer."

Bei der Fahndung nach Terrorverdächtigen könnten die CTICs auf die beste verfügbare Spionagetechnik zurückgreifen, darunter Computer mit direkter Verbindung zu den zentralen Datenbanken der CIA und streng geheime Abhöreinrichtungen, die die USA früher nur mit ihren engsten westlichen Verbündeten teilten.

Die ersten CTICs seien bereits in den späten neunziger Jahren eingerichtet worden, um islamische Extremisten zu beobachten, die von Saudi-Arabien, Jemen, Ägypten und Tschetschenien nach Bosnien-Herzegowina und in andere Teile des früheren Jugoslawiens reisten, um dort die bosnischen Muslime im Kampf zu unterstützen.

Test mit dem Lügendetektor

Sämtliche Vertreter anderer Geheimdienste, die in den neueren CTICs arbeiten, würden der Zeitung zufolge zuvor intensiv überprüft und müssten sich einem Lügendetektor-Test unterziehen. Die CTICs würden von einem CIA-Beamten geführt, weitere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes aus dessen Hauptquartier in Langley unterstützten die ausländischen Kräfte.

Die Terrorabwehrzentren im Ausland hätten nichts mit den angeblichen geheimen CIA-Gefängnissen im Ausland zu tun, heißt es in dem Bericht weiter. Die "Washington Post" hatte Anfang November berichtet, die CIA unterhalte in acht Ländern sogenannte "black sites". Zu den Standorten gehörten neben Thailand und Afghanistan auch "mehrere Demokratien in Osteuropa". Rund 30 der Häftlinge in den Einrichtungen sollen ranghohe Mitglieder des al-Qaida-Netzwerks sein.

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