Straßburg/Hamburg - Iran müsse international isoliert werden, dazu sei der Ausschluss aus der Weltmeisterschaft ein geeignetes Mittel, sagte Cohn-Bendit. Dieser Forderung schloss sich die Europa-Abgeordnete der Grünen, Angelika Beer, an. Auch sie appellierte im RBB-Inforadio an den Weltfußballverband Fifa, das Land von dem Turnier auszuschließen. "Ein Land mit einem solchen Präsidenten, der das Land in die Isolierung treibt, hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft nichts zu tun", sagte Beer. Iran hat sich für die WM qualifiziert und soll in der Gruppe D spielen.
Die Fifa will sich in die internationale Politik jedoch nicht einmischen. "Wir trennen hier ganz klar zwischen Politik und Sport. Aus politischen Gründen wird keine Mannschaft diskriminiert", sagte Fifa-Sprecher Andreas Herren auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE in Zürich. Der iranische Fußballverband habe sich für die WM qualifiziert und das sei das Entscheidende. Herren sagte: "Bei politischen Problemen ist die internationale Gemeinschaft in der Pflicht, zu agieren und nicht die Fifa."
Ahmadinedschad hatte in den vergangenen Wochen wiederholt israelfeindliche Äußerungen von sich gegeben. Zuletzt tat er den Holocaust als "Mythos" ab. Der "Mythos vom Massaker an den Juden" sei von den westlichen Staaten "erfunden worden", sagte der iranische Präsident heute in einer Rede in der Provinz Sistan-Balutschestan. Ahmadinedschad wiederholte zugleich seine Forderung, der Staat Israel solle in eine andere Weltgegend verlegt werden. Dafür kämen "Europa, die USA, Kanada oder Alaska" in Betracht, fügte er hinzu.
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