Teheran - Iran sei auf einen Angriff vorbereitet, sagte Chefunterhändler Ali Laridschani am Sonntag im staatlichen Fernsehen. Er gehe jedoch davon aus, dass es sich bei Berichten über mögliche Angriffe nur um "psychologische Kriegführung" handele. US-Präsident George W. Bush hatte erklärt, seine Regierung schließe im Atomstreit mit dem Iran die Möglichkeit eines Militärschlags nicht aus.
Teheran steht trotz anders lautender Beteuerungen international im Verdacht, sein Nuklearprogramm auch zur Entwicklung von Atomwaffen nutzen zu wollen.
Laridschani äußert sich ablehnend zum Kompromissvorschlag Russlands. Moskau hatte vorgeschlagen, in einer gemeinsamen Anlage in Russland Uran anzureichern. Bei dem Vorschlag Moskaus handle es sich um eine "Idee", die noch nicht "ausgereift" sei und ernste Probleme mit sich bringe, sagte Laridschani. Der Vorschlag könne lediglich als "Ergänzung und Unterstützung für die iranische Atomindustrie" aufgefasst werden. Das Recht Irans auf eine eigene nukleare Forschung müsse erhalten bleiben, betonte er. Die Atomverhandlungen werden am 18. Januar fortgesetzt. Laridschani warnte das EU-Verhandlungstrio Deutschland, Frankreich und Großbritannien vor einer Verhärtung der Positionen. Iran werde in diesem Fall sein Verhalten ändern. Es gebe Szenarien, die Teheran sofort in die Tat umsetzen könne. "Wir lassen uns nicht einfach Schachmatt setzen", sagte er. Das EU-Trio hatte die Atomverhandlungen im August unterbrochen, nachdem Teheran die Uran-Konversion wieder aufgenommen hatte. Die Konversion ist eine Vorstufe der Uran-Anreicherung. Angereichertes Uran kann sowohl für zivile Zwecke in Atomkraftwerken als auch beim Bau von Atombomben eingesetzt werden.
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