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06.01.2006
 

Scharon

US-Prediger nennt Schlaganfall Strafe Gottes

Der US-Fernsehprediger Pat Robertson hat mit einem TV-Auftritt für Empörung gesorgt. Den Schlaganfall des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon bezeichnete er als Gottesstrafe für die Räumung des Gaza-Streifens.

Washington - In der Bibel stehe eindeutig, dass Gott denjenigen in Feindschaft gegenüber stehe, die sein Land teilen, sagte Robertson in seiner Sendung "700 Club". "Gott sieht dies als sein Land an. Zu jedem israelischen Regierungschef, der es aufreißt und weggibt, sagt Gott: 'Nein, das gehört mir.'"

Er persönlich sei zwar "traurig" über Scharons Zustand, sagte Robertson. Der israelische Ministerpräsident sei ein "sehr sympathischer Mensch". "Aber er hat Gottes Land geteilt, und ich würde jedem israelischen Regierungschef, der einen ähnlichen Kurs einschlägt, um die EU, die Vereinten Nationen oder die Vereinigten Staaten von Amerika zu beschwichtigen, sagen: wehe dir!".

Der israelische Botschafter in den USA, Danny Ajalon, nannte Robertsons Auftritt "äußerst empörend". "Ich würde so etwas von Leuten wie (Präsident Mahmud) Ahmadinedschad in Iran erwarten, ich würde es nicht von einem unserer Freunde erwarten", sagte Ajalon dem US-Sender CNN.

Robertson ist für seine maßlosen verbalen Ausfälle bekannt. Im August hatte er gesagt, die USA sollten den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez ermorden. Später entschuldigte er sich dafür. Den Wählern einer Stadt in Pennsylvania, die mit dem Auswechseln des Schulausschusses die Lehre des Kreationismus im Unterricht gestoppt hatten, prophezeite Robertson, sie hätten im Falle einer Naturkatastrophe keine Hilfe von Gott zu erwarten. Zu seinen Zielscheiben gehörten auch schon die Uno und Disneyland.

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