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14.01.2006
 

Florida

Alternative Republik annektiert US-Brücke

Ein gefundenes Fressen für die Conch Republic: Der satirische Proteststaat an der Südspitze Floridas annektierte eine Brücke auf den Keys, nachdem die Regierung des Bundesstaats in einem Streit über kubanische Flüchtlinge erklärt hatte, sie gehöre nicht mehr zum amerikanischen Territorium.

Key West/Florida - Immer wieder versuchen kubanische Flüchtlinge, auf den Florida Keys anzulanden. In den USA gilt die sogenannte "wet foot, dry foot"-Politik für Renegaten: Wenn die Flüchtlinge erwischt werden, nachdem sie trockenen Fußes das Festland erreicht haben, erhalten sie normalerweise eine Aufenthaltsgenehmigung. Werden sie jedoch noch auf dem Wasser abgefangen, werden sie nach Kuba zurückgeschickt.

Kubaner protestieren auf der Seven Mile Bridge: Brücke zu verschenken
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AP

Kubaner protestieren auf der Seven Mile Bridge: Brücke zu verschenken

Vor einer Woche landeten 15 kubanische Flüchtlinge an einer halbverfallenen Brücke, die nicht mehr benutzt wird und auch kaum noch zwei Inseln miteinander verbindet. Um den Kubanern Asyl zu verweigern, erklärte die Regierung kurzerhand, dass die Seven Mile Bridge genannte Brücke nicht mehr zum US-Territorium gehöre - und schob die Kubaner ab.

Die fiktive Republik Conch (Muschel), ein 1982 von Keys-Bewohnern aus Protest gegen verschärfte amerikanische Grenzpatrouillen gegründete Spaß-Staat erhob daraufhin Anspruch auf das marode Bauwerk und besetzte die Brücke, indem sie Flaggen ihrer Republik aufstellte.

Generalsekretär Peter Anderson erklärte laut US-Fernsehen, "da die Bundesregierung in ihrer unendlichen Weisheit entschieden hat, dass die Seven Mile Bridge nicht mehr zu den USA gehört, ist die Conch Republic sehr interessiert." Mit unverhohlenem Spott wunderte sich Anderson darüber, dass sie bei der Brückenbesetzung keinen Widerstand erlebten: "Sie haben beschlossen, sie nicht zu verteidigen".

Auf der Brücke sollen nun alternative Wohnprojekte entstehen, sogenannte "Bridge Shacks", Brücken-Hütten, die erschwingliche Wohnungen für alle jene bieten sollen, die sich eine Residenz auf den überteuerten Keys nicht mehr leisten können. "Es könnte eine grüne Modell-Gemeinde werden", sagte Anderson, denn die von Stromnetzen und Abwasseranlagen abgeschnittenen Hütten sollen über Kompost-Toiletten, Regenwasser-Kollektoren und Solar- und Windenergie-Anlagen ausgestattet werden. Laut Anderson gebe es bereits ein halbes Dutzend Interessenten.

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