Washington - 55 Prozent der so genannten "feindlichen Kämpfer" im Gefängnis Guantanamo hätten keinen "feindseligen Akte gegen die USA oder ihre Alliierten" begangen, heißt es in dem Bericht, den zwei Häftlingsanwälte am Mittwoch veröffentlichten. Nur acht Prozent seien als Kämpfer der Terrororganisation al-Qaida eingestuft worden. Die Anwälte stützen ihren Bericht auf eine Analyse von Dokumenten des US-Verteidigungsministeriums.
Andere Gefangene werden dem Bericht zufolge vom Pentagon lediglich als Mitglieder oder Gefolgsleute des Netzwerks von Osama Bin Laden, der Taliban oder anderer Organisationen aufgeführt. Manche dieser Gruppierungen seien nicht auf den offiziellen Listen der Terrororganisationen verzeichnet.
93 Prozent der Häftlinge seien nicht von der US-Armee oder ihren Verbündeten festgenommen worden, sondern von den pakistanischen Behörden oder der afghanischen Nordallianz. Bei 44 Prozent der Verhafteten machte das Pentagon laut Aussagen der Anwälte keine Angaben darüber, wie sie in die Hände der USA gerieten. Einige Gefangene wurden demnach von Kopfgeldjägern übergeben, deren Glaubwürdigkeit nicht überprüft worden sei.
In Guantanamo sitzen rund 500 Häftlinge ein, die große Mehrheit wird seit Jahren ohne formelle Anklage festgehalten. Menschenrechtler haben wiederholt die Schließung des Lagers gefordert.
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