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14.02.2006
 

Teheran

Deutsche Botschaft mit Molotow-Cocktails beworfen

Erstmals haben heute iranische Demonstranten vor der deutschen Botschaft in Teheran gegen die umstrittenen westlichen Karikaturen protestiert. Sie kritisieren sowohl die dänischen Mohammed-Karikaturen als auch eine Zeichnung vom "Tagesspiegel".

Teheran - Mehrere Dutzend iranische Studenten zogen vor die diplomatische Mission. Sie riefen "Tod Deutschland" und "Deutschland, Ihr seid Faschisten und willfährige Diener des Zionismus". Sie bewarfen das Botschaftsgebäude mit Molotow-Cocktails, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Demonstranten stehen der paramilitärischen Gruppe Basidsch (Freiwillige) nahe. Einige von ihnen protestieren auch gegen eine Karikatur in der Berliner Zeitung "Tagesspiegel", auf der iranische Fußballspieler mit umgeschnallten Bombengürteln zu sehen sind.

Die Botschaft wird von etwa zehn Polizisten bewacht, berichtet dpa weiter. Sie sollen aber in Kürze von Spezialeinheiten unterstützt werden, hieß es.

Der Berliner "Tagesspiegel" hat die Veröffentlichung der Karikatur heute verteidigt. Die Darstellung bewege sich "innerhalb der Grenzen dessen, was in diesem Land von der Presse- und Meinungsfreiheit gedeckt ist", betonten die Chefredakteure Stephan-Andreas Casdorff und Lorenz Maroldt. Ihre Mitteilung enthielt nicht die gestern von der iranischen Botschaft verlangte Entschuldigung. Maroldt und Casdorff bedauerten die iranischen Reaktionen, die sie sich "nur mit mangelnder Vertrautheit mit der innenpolitischen Debatte in Deutschland erklären" könnten. Der Karikaturist habe die Diskussion über einen Einsatz der Bundeswehr in Fußballstadien während der Weltmeisterschaft ironisch überspitzt und ins Absurde gewendet dargestellt.

Der Zeichner Klaus Stuttmann hatte der Zeitung zufolge nach der Veröffentlichung der Karikatur Morddrohungen erhalten.

ler/dpa/Reuters

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