Belgrad - Er sei in seinem Haager Gefängnis gestorben, bestätigte die serbische sozialistische Partei entsprechende Radioberichte. Das Uno-Tribunal kündigte eine Untersuchung seines Todes an. Milosevic sei leblos auf dem Bett in seiner Zelle im Gefangenentrakt des Tribunals aufgefunden worden.
Milosevic muss sich wegen Verbrechen während der Balkankriege Mitte der neunziger Jahre vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verantworten. Dem früheren Präsidenten Serbiens und später Jugoslawiens wurden insgesamt 66 Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo zur Last gelegt. Im Herbst 2004 übernahm er seine eigene Verteidigung. Im Falle eines Schuldspruchs hätte ihm lebenslange Haft gedroht.
Milosevic wurde 1999 als erstes amtierendes Staatsoberhaupt wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Tribunal in Den Haag angeklagt. Im Herbst 2000 wurde er als serbischer Präsident abgewählt und im Juni 2001 auf internationalen Druck hin ausgeliefert.
Er hat schon seit geraumer Zeit große gesundheitliche Probleme, weshalb der Prozess öfter unterbrochen werden musste. Seinen Antrag, sich wegen Herzproblemen in Moskau behandeln zu lassen, lehnte das Gericht erst kürzlich ab.
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ler/AFP/AP
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