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08.05.2006
 

Atomstreit

Ahmadinedschad macht Bush Lösungsvorschläge

Seit 27 Jahren hat es keinen direkten Kontakt zwischen einem iranischen und einem US-Präsidenten gegeben. Jetzt hat Mahmud Ahmadinedschad sich per Brief an George W. Bush gewandt. Er schlage "neue Wege" zur Beendigung der Spannungen vor, heißt es aus Teheran.

Teheran/Ankara - Über den genauen Inhalt des Schreibens von Ahmadinedschad an Bush ist noch nichts bekannt. Der iranische Präsident habe jedoch "neue Wege" zur Lösung der Spannungen und zur "aktuellen Weltlage" aufgezeigt, sagte Regierungssprecher Gholamhossein Elham in Teheran. Der Streit über das iranische Atomprogramm wurde nicht explizit erwähnt.

Ahmadinedschad: "Brief zur aktuellen Weltlage"
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AP

Ahmadinedschad: "Brief zur aktuellen Weltlage"

Der Brief werde an die Schweizer Botschaft in Teheran übergeben, die die Interessen der USA in Iran vertritt. Es ist der erste Brief eines iranischen an einen amerikanischen Präsidenten seit 27 Jahren. Im Jahr 1979 hatten die beiden Staaten ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen.

Einzelheiten des Briefes würden nicht vor einer Antwort Bushs veröffentlicht, hieß es aus Teheran. Ahmadinedschad selbst sagte, er habe sich entschlossen, an Führer von mehreren Staaten zu schreiben.

Die US-Regierung hat derweil noch "keine Kenntnis" von einem Brief Ahmadinedschads. Das Schreiben sei noch nicht in Washington eingegangen. Iran wisse, was er zu tun habe, und müsse die Urananreicherung stoppen, sagte der Sprecher des nationalen Sicherheitsrates, Fred Jones. "Wir haben keine Kenntnis von einem solchen Schreiben", fügte er hinzu.

Die Außenminister der Vetomächte im Uno-Sicherheitsrat und Deutschlands wollen heute in New York erneut über eine Resolution im Atomstreit beraten. Frankreich und Großbritannien haben einen Entwurf eingebracht, der von den USA und Deutschland unterstützt wird. Darin wird Iran aufgefordert, seine Aktivitäten bei der Urananreicherung zu beenden.

China und Russland, die beide enge Wirtschaftsbeziehungen mit Iran unterhalten, fordern Änderungen an dem Entwurf. Sie befürchten, dass die Resolution der erste konkrete Schritt auf dem Weg zu Sanktionen gegen den Mullah-Staat sein könnte.

Frankreichs Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) waren sich bei einem Telefonat am Sonntagabend einig, dass eine solche Uno-Resolution den Forderungen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA "die notwendige Macht" geben solle, teilte der Elysée-Palast in Paris mit. Zuvor hatte Merkel mit Russlands Präsident Wladimir Putin über das iranische Atomprogramm gesprochen. Das Telefongespräch sei auf Initiative Merkels geführt worden, teilte der Kreml ohne weitere inhaltliche Angaben mit.

Der iranische Chefunterhändler sucht unterdessen Hilfe in der Türkei. Bei seiner Ankunft am Flughafen bekräftigte Ali Laridschani, dass Teheran eine friedliche Beilegung des Konflikts wünsche. Iran sehe die IAEA als "Instanz für eine Lösung" an, nicht aber den Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Laridschani betonte die engen Beziehungen seines Landes zur Türkei, die auf weit zurückreichende Zusammenarbeit beruhten. Daraus ergäben sich "gemeinsame Bedrohungen und Interessen", sagte Laridschani. Vorgesehen waren Gespräche mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und Außenminister Abdullah Gül. Bislang hat die türkische Regierung Iran stets zu mehr "Transparenz" hinsichtlich seines umstrittenen Atomprogramms aufgefordert.

als/Reuters/dpa/AFP/AP

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