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Massaker im Irak Neues Video belastet US-Militär

War das mutmaßliche Massaker von US-Soldaten in Haditha kein Einzelfall? Der britische Rundfunksender BBC hat ein Video ausgestrahlt, das auf eine weitere Greueltat des US-Militärs im Irak hindeutet.

London - Dem Sender zufolge handelt es sich um einen Vorfall vom 15. März 2006 in der Stadt Ishaki, bei dem möglicherweise "elf unschuldige irakische Zivilisten" getötet worden seien. Die US-Armee habe mitgeteilt, die Vorgänge würden untersucht. Der BBC sei das Video, auf dem Tote Erwachsene und Kinder zu sehen sind, von einer den Koalitionstruppen feindlich gesonnenen extremistischen Sunnitengruppe zugespielt worden, hieß es weiter. Das US-Militär und die irakische Polizei hätten unterschiedliche Darstellungen vom Geschehen gegeben.

US-Behörden hatten laut BBC angegeben, dass am 15. März bei einem Schusswechsel, in den US-Soldaten verwickelt waren, ein Haus eingestürzt sei. Dabei seien vier Menschen getötet worden, zwei Frauen, ein Kind und ein mutmaßlicher Extremist. Die US-Streitkräfte hatten berichtet, sie hätten auf Grund eines Hinweises, demzufolge sich in dem Haus ein Unterstützer des Terrornetzwerkes al-Qaida aufhalte, eine Militäroperation gestartet.

Das Haus sei auf Grund des heftigen Schusswechsels eingestürzt. Dabei seien der Terrorverdächtige, zwei Frauen und ein Kind ums Leben gekommen.

In einem Bericht der irakischen Polizei hieß es dagegen, die US-Soldaten hätten die Menschen zusammengetrieben und willkürlich elf von ihnen erschossen, unter ihnen fünf Kinder und vier Frauen. Laut BBC weisen die Toten Schussverletzungen auf. Die BBC hatte nach eigenen Angaben zunächst keine Hinweise darauf, dass die Video-Aufnahmen gefälscht sein könnten.

Derzeit wird bereits ein Vorfall in der irakischen Stadt Haditha untersucht. US-Marineinfanteristen sollen nach Zeugenaussagen am 19. November 2005 in dem rund 200 Kilometer nordwestlich von Bagdad gelegenen Ort ein Blutbad angerichtet haben, bei dem 24 Menschen, unter ihnen auch Frauen und Kinder, getötet wurden. Mit zwei Untersuchungen will das Pentagon jetzt klären, ob die Vorwürfe stimmen und ob die Marineinfanteristen mit Falschaussagen die Todesumstände der Iraker und ihre eigene Beteiligung vertuschen wollten. US-Präsident George W. Bush hat eine vollständige Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zugesagt, sobald er fertig gestellt sei.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, sollen zudem sieben Marineinfanteristen und ein Mitglied eines Marinekorps wegen Mordes und Entführung eines irakischen Zivilisten vor ein Militärgericht gestellt werden. Der Iraker wurde am 26. April westlich von Bagdad getötet. Die acht Verdächtigen werden derzeit im Camp Pendleton nördlich von San Diego festgehalten, wie einer ihrer Anwälte mitteilte. Sie sollen den Mann entführt und erschossen haben. Heute sollen die Anklageschriften übergeben werden. Die Soldaten gehörten dem 3. Bataillon des 5. Marineregiments an. Beim ranghöchsten Angeklagten handelt es sich um einen Stabsunteroffizier.

hen/dpa/AFP/AP

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