Hamburg – Die Untersuchung sei zu dem Schluss gekommen, dass sich die Soldaten an die normale Vorgehensweise gehalten hätten, verlautete aus Kreisen des US-Verteidigungsministeriums. Als sie in Ischaki bei der Annäherung an ein Gebäude unter Beschuss gerieten, hätten sie den Angriff eines Al-Qaida-Terroristen vermutet.
Nach Angaben der US-Armee wurden die Soldaten in der rund 100 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt aus einem Gebäude heraus beschossen. Die Militärangehörigen hätten daraufhin um Unterstützung aus der Luft gebeten. Bei dem folgenden Raketenangriff sei ein Teil des Gebäudes zerstört worden. Nach Erkenntnissen der Untersuchung sei der Tod der Zivilisten unbeabsichtigt gewesen, hieß es.
Der britische Fernsehsender BBC hatte zuvor ein Video ausgestrahlt, das auf ein Massaker an Zivilisten hindeuten könnte.
Bei dem Angriff starben nach Angaben von Einwohnern die Mitglieder einer elfköpfigen Familie. Nach irakischen Polizeiangaben wurden die fünf Kinder und sechs Erwachsenen durch Kopfschüsse getötet. Die US-Seite spricht dagegen von vier Toten – ein Mann, zwei Frauen und ein Kind.
Nach Angaben des irakischen Polizeioffiziers Laith Mohammed, hatten die Amerikaner Flugzeuge und Panzer eingesetzt. Rijadh Madschid, ein Verwandter der Opfer, erklärte, US-Soldaten seien mit einem Hubschrauber gelandet und hätten das Haus gestürmt. Ein weiterer Angehöriger, Ahmed Chalaf, sagte, es seien neun Mitglieder der Familie und zwei Besucher getötet worden.
Der Vorfall in Ischaki ist einer von mehreren, in denen US-Soldaten die willkürliche Tötung von Zivilisten im Irak vorgeworfen wird. Untersucht wird auch ein mutmaßliches Massaker im westirakischen Haditha. Dort sollen Militärermittlern zufolge Marine-Infanteristen im November 24 Zivilisten erschossen und dies später vertuscht haben.
Die für strafrechtliche Ermittlungen zuständige Abteilung des Heeres habe das Ergebnis der Ischaki-Untersuchung überprüft und keinen Anlass gesehen, weitere Ermittlungen anzustrengen, erklärten heute Abend zwei Beamte des Verteidigungsministeriums.
bri/AP/Reuters/dpa
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