Washington - Solana traf heute in Teheran zwei Stunden mit dem iranischen Chefunterhändler Ali Laridschani zusammen. Offiziell ist bislang wenig bekannt von dem Paket, mit dem Iran von der umstrittenen Urananreicherung abgebracht werden soll. Laut der "New York Times" bot Solana jedoch an, dass Iran für seine alternde Flugzeugflotte erstmals seit 1979 moderne Teile des US-Flugzeugbauers Boeing importieren könne.
Wegen der US-Sanktionen seit der iranischen Revolution konnten praktisch alle iranischen Passagierflugzeuge nicht modernisiert werden. Die Sanktionen betrafen auch Maschinen des europäischen Konkurrenten Airbus, wenn diese Teile verwenden, die in den USA produziert werden.
Zudem könnten laut der Zeitung die Sanktionen so gelockert werden, dass Teheran der Import amerikanischer Agrartechnologie ermöglicht werde. Das Blatt berief sich bei ihrem Bericht auf Aussagen europäischer Diplomaten und Mitarbeiter der US-Regierung.
Außerdem will die EU Teheran dem Bericht zufolge langfristig die Versorgung Teherans mit nuklearen Brennstoffen für Leichtwasser- und Forschungsreaktoren garantieren, die mit niedrig angereichertem - und damit nicht waffenfähigem - Uran arbeiten. In früheren Angeboten hatten Kritiker bemängelt, dass eine "amerikanische Dimension in diesem Prozess" gefehlt habe.
In einer ersten Reaktion sagte Laridschani die Prüfung des Angebotes zu. Einige Vorschläge seien "positiv", andere jedoch "zweideutig".
Die US-Regierung wirft Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Atomenergienutzung ein Programm zum Bau von Nuklearwaffen zu verfolgen. Die iranische Führung lehnt ein Ende der iranischen Urananreicherung bislang ab.
Am Wochenende hatte der geistliche Führers Irans, Ajatollah Chameinei, für den Fall eines Militärschlages gegen iranische Nuklearanlagen mit einer weltweiten Energiekrise gedroht. Der US-Ölpreis stieg daraufhin gestern auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Heute sank der Ölpreis wegen der Hoffnung auf eine Einigung mit dem Iran.
lan/dpa/Reuters
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