Warschau - Mindestens 3000 Demonstranten nahmen heute Mittag am "Marsch der Gleichheit" teil. Der Umzug war die erste genehmigte Homosexuellen-Demo seit drei Jahren. Unter den Demonstranten befanden sich auch die deutsche Grünen-Vorsitzende Claudia Roth und ihr Parteikollege Volker Beck, der kürzlich bei einer Kundgebung für die Gleichberechtigung von Homosexuellen in Moskau verletzt worden war.
Beck sprach von einer "wirklich historischen Stunde in der Geschichte des europäischen Volkes", da aus so vielen Ländern Menschen gekommen seien. "Wenn die demokratischen Grundrechte in einem Land angegriffen werden, dann ist das die Sache aller Europäer." Claudia Roth betonte, ihre Teilnahme sei "ein Freundschaftsdienst" und keine "feindselige Einmischung". Es gehe um europäische Werte und europäische Innenpolitik.
Rund 2000 Polizisten waren im Einsatz, um Ausschreitungen zu verhindern. 14 rechtsradikale Jugendliche wurden festgenommen. Trotz der Absage einer Gegendemo von Rechtsextremen war in Warschau mit gewaltsamen Protesten gegen die Kundgebung gerechnet worden. Polens jetziger Präsident Lech Kaczynski hatte die Schwulenparaden verboten, als er noch Bürgermeister von Warschau war. Polnische Gerichte hatten seine Entscheidungen nachträglich als gesetzeswidrig eingestuft.
str/AFP/reuters
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