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12.06.2006
 

US-Autopsiebericht

Sarkawi erlag Lungenverletzung

Aus einem Autopsiebericht der US-Armee geht hervor, dass der Qaida-Chef im Irak, Sarkawi, nach dem Angriff auf ihn noch fast eine Stunde gelebt hat. Todesursache sind demnach Schockwellen der Bomben, die seine Lungen zerfetzt haben.

Bagdad/Washington - US-Militärarzt Steve Jones stellte den Autopsiebericht heute auf einer Pressekonferenz in Bagdad vor. Demnach ist Abu Mussab al-Sarkawi durch die durch zwei Bomben ausgelösten Schockwellen schwer an der Lunge verletzt worden. Dies sei die Todesursache gewesen. Mit diesen Angaben trat Jones Spekulationen in der britischen Presse entgegen, der geborene Jordanier sei möglicherweise nach dem Luftangriff von US-Soldaten zu Tode geprügelt worden. "Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass er geschlagen wurde." Der Gerichtsmediziner habe auch keine Schussverletzungen festgestellt.

Sarkawi: Auf der Krankentrage gestorben 
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AFP/ DOD

Sarkawi: Auf der Krankentrage gestorben 

Die Autopsie ergab nach Angaben des US-Militärarztes, dass Sarkawi als Folge der Schockwellen Reiß- und Quetschwunden sowie Blutungen an der Lunge erlitten habe. Er sei aber nicht direkt an diesen Verletzungen gestorben, sondern erst, nachdem das Organ allmählich seine Funktionsfähigkeit verloren habe und den Blutkreislauf nicht mehr mit Sauerstoff habe versorgen können. In der vergangenen Woche hatte das US-Militär zunächst mitgeteilt, Sarkawi sei bei dem Angriff sofort getötet worden. Später hieß es, er habe noch gelebt und sich bewegt. Er sei aber noch auf seiner Krankentrage gestorben.

US-Generalmajor William Caldwell sagte auf derselben Pressekonferenz in Bagdad, der Rebellen-Anführer sei 55 Minuten nach dem Einschlag der ersten Bombe in seinen Unterschlupf und 24 Minuten nach dem Eintreffen der US-Soldaten an dem zertrümmerten Gebäude gestorben. Ärzte hätten festgestellt, dass Sarkawi wegen seiner schweren inneren Verletzungen keine Überlebenschance gehabt habe.

Wie Militärarzt Jones ferner bekannt gab, bestätigt eine DNA-Analyse definitiv, dass es sich bei dem Toten um Sarkawi handelt. Der irakische Regierungsberater für Sicherheitsfragen, Mowaffak al-Rubaie, teilte im US-Fernsehsender CNN mit, dass bei dem Jordanier zahlreiches für die Fahndung nach Terroristen wertvolles Material gefunden worden sei, darunter Telefonnummern, Computer und eine elektronische Datenbank. Die Mehrzahl dieser Informationen sei bereits für Razzien der vergangenen Tage genutzt worden.

asc/AFP/dpa/Reuters

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