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20.06.2006
 

Irak

Japan zieht Truppen ab

Die "Koalition der Willigen" bröckelt weiter: Heute kündigte der japanische Ministerpräsident Koizumi den Rückzug der japanischen Soldaten aus dem Irak an. Begründung: Das Ziel des Einsatzes, den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen, sei erreicht.

Tokio - Die Entscheidung sei in Absprache mit den Verbündeten getroffen worden, sagte Junichiro Koizumi in Tokio nach Gesprächen mit Vertretern der Regierungsparteien und der Opposition. Ungeachtet des Truppenrückzugs werde Japan den Wiederaufbau Iraks weiter unterstützen, versprach Koizumi in einer Pressekonferenz.

Japanische Soldaten im Irak: Mission beendet
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AFP

Japanische Soldaten im Irak: Mission beendet

Japan hat seit Anfang 2004 etwa 600 Soldaten in der südirakischen Provinz Muthana stationiert. Die Mission beschränkte sich ausschließlich auf humanitäre Hilfe. Die Soldaten dort hätten ihre Aufgabe erfüllt, sagte Koizumi. Einen Zeitplan für den Abzug nannte der Ministerpräsident nicht. Verteidigungsminister Fukushiro Nukaga gab jedoch sofort den Rückzugsbefehl, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Es war seit dem Zweiten Weltkrieg der erste Militäreinsatz Japans in einem Kriegsgebiet.

Koizumi gab die Entscheidung zum Truppenabzug bekannt, nachdem am Vortag das Büro des britischen Premierministers Tony Blair bestätigt hatte, das die ebenfalls in Muthana stationierten britischen und australischen Truppen die Verantwortung für die Sicherheit der Provinz an die Iraker abgeben werden. Eine Woche zuvor hatte Italien den Abzug seiner Truppen bekanntgegeben. Bis zum Herbst sollen die einst 3200 Soldaten alle in die Heimat zurückgekehrt sein.

Inzwischen hat der prominente republikanische US-Senator John McCain das Weiße Haus vor übertriebener Zuversicht über die Entwicklung im Irak gewarnt. Optimismus sei nach dem Tod des Terroristen-Anführers Abu Mussab al-Sarkawi verständlich, sagte der Republikaner. "Aber ich hoffe, dass es nicht in irrationale Überschwänglichkeit umschlägt, denn das wird noch sehr lang gehen und sehr hart werden", sagte McCain in einem Interview der "Financial Times".

US-Vertreter hatten den Tod von Sarkawi Anfang Juni als wichtigen Schlag gegen die Aufständischen gewertet. Die von Sarkawi geführte Qaida im Irak hat jedoch bereits einen Nachfolger für den Extremistenchef benannt und im Irak kommt es auch weiterhin nahezu täglich zu Gewalt und Anschlägen.

McCain, der als möglicher Präsidentschaftskandidat gehandelt wird, beurteilte die Situation in dem Golf-Staat immer noch als sehr delikat. Er fürchte, dass Bush vor den Kongress-Wahlen im November unter Druck geraten könnte, die US-Truppen aus dem Irak abzuziehen. Seiner Einschätzung hingegen hätten die USA zu wenige Truppen im Irak.

lan/AP/Reuters/AFP

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