Teheran/Washington - "Wir haben keinen Bedarf für solche Verhandlungen", sagte Ajatollah Ali Chamenei Chamenei heute in Teheran einem Bericht des staatlichen Fernsehens zufolge. "Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten haben für uns keinen Nutzen." Daher sei ein solches Vorgehen nicht im Interesse des Landes. Erst wenn der Westen das "unbestreitbare Recht" Irans auf die Entwicklung und Anwendung eines eigenen Atomprogramms anerkenne, sei sein Land zu Verhandlungen über Kontrollen bereit, erklärte der oberste geistliche Führer der Islamischen Republik.
Chamenei hat in der schiitischen Theokratie des Landes das letzte Wort in allen Fragen und steht damit noch über Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Er äußerte sich zugleich aber grundsätzlich positiv über Verhandlungen zur Lösung des Streits um das Atomprogramm des Landes. Die Basis dafür sei gelegt, sagte er.
Die US-Regierung wollte Chameneis Äußerungen nicht als endgültige Absage ihres Gesprächsangebots werten. "Aus Iran kommen unterschiedliche Stimmen", sagte Präsidentensprecher Tony Snow in Washington. Die Vereinigten Staaten gingen davon aus, dass eine endgültige Antwort der iranischen Regierung von deren Chefunterhändler Ali Laridschani an den EU-Außenbeauftragten Javier Solana übermittelt werde. Dies sei der Kommunikationskanal, über den eine Antwort erwartet werde.
Am 6. Juni hatte Solana dem iranischen Unterhändler ein umfassendes Angebotspaket vorgelegt. Es bietet unter anderem wirtschaftliche Anreize, wenn Teheran sein Atomprogramm aussetzt. Präsident Ahmadinedschad hat inzwischen eine Antwort bis Mitte August angekündigt. Die USA erklärten sich zu Gesprächen mit der iranischen Führung bereits, falls diese das Angebotspaket annimmt. Damit leitete Washington eine diplomatische Kehrtwende ein: Nach der iranischen Revolution 1979 und der Besetzung der US-Botschaft in Teheran hatten die USA die Kontakte zur iranischen Führung abgebrochen.
phw/AFP/Reuters
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