Kabul - "Wir, Afghanistan und Pakistan werden all unsere Bemühungen vereinen, wie wir es in den vergangenen Jahren getan haben, mit dem Ziel die Bedrohung durch al-Qaida und die Taliban zu beseitigen", sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice nach einem Treffen mit Pakistans Präsident Pervez Musharraf am Dienstag. Musharaff kündigte an, seine Truppen im Grenzgebiet zu Afghanistan um 10.000 Soldaten zu verstärken. Damit sollten Anhänger der radikal-islamischen Taliban in der Region bekämpft werden, sagte Rice.
Die US-Außenministerin fliegt am Mittwoch zu Gesprächen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai nach Kabul, um über das weitere Vorgehen im Kampf gegen den Terrorismus im Land zu beraten - und um für eine bessere Zusammenarbeit von Afghanistan und Pakistan im Anti-Terror-Kampf zu werben. Derzeit sind die Beziehungen sichtlich unterkühlt. Afghanistan hat Pakistan vorgeworfen, dass die Taliban-Aktivitäten von pakistanischem Territorium aus geleitet würden. Pakistan seinerseits zeigte sich besorgt über die aufkeimende Freundschaft zwischen seinem Erzrivalen Indien und Afghanistan.
Bei ihrem Besuch in Kabul will Rice Beobachtern zufolge außerdem dem zunehmend umstrittenen Karzai den Rücken stärken. Denn dieser steht wegen des schleppenden wirtschaftlichen Fortschritts und der anhaltend instabilen Sicherheitslage im eigenen Land immer mehr unter Druck. Tatsächlich wird die Lage im Land zusehends prekärer. Bei Kämpfen und Anschlägen kamen in den vergangenen drei Monaten mehr als 1100 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen radikal- islamische Rebellen.
Am Dienstag verübte ein Selbstmordattentäter im Norden Afghanistans zum ersten Mal einen Anschlag auf Bundeswehrsoldaten. Der Attentäter sprengte sich vor einem gepanzerten Fahrzeug der Deutschen in die Luft und riss dabei zwei Zivilisten mit in den Tod. Acht Menschen wurden verletzt, darunter vier Kinder. Die Bundeswehrsoldaten blieben unverletzt.
Die Provinzregierung machte für die Tat "Feinde Afghanistans" verantwortlich, eine Umschreibung afghanischer Regierungsstellen für radikal-islamische Rebellen wie die Taliban. Diese haben in den vergangenen Monaten vermehrt Selbstmordanschläge verübt. Derzeit läuft in Afghanistan die größte Offensive der US-geführten Koalitionstruppen seit dem Sturz der Taliban Ende 2001.
fok/AP/dpa/Reuters/
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