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09.08.2006
 

Heimliche Forschung

Iran betreibt zweites Programm zur Urananreicherung

Das Verfahren gilt als kompliziert, aber äußerst ergiebig. Mit russischer Hilfe, so verriet ein russischer Ingenieur dem SPIEGEL, soll Iran in der Lage sein, Uran auch mittels Lasertechnik anzureichern.

Entgegen anderslautenden Behauptungen treibt die Teheraner Führung offenbar weiterhin Forschungen über eine Urananreicherung mit Hilfe von Lasertechnik voran. Wie ein russischer Ingenieur, der sich an einem Institut außerhalb Moskaus mit der Entwicklung von Atomreaktoren befasst, gegenüber dem SPIEGEL bekräftigte, würden die Iraner seit März 2004 fachliche Hilfe auch in Russland suchen und bekommen - für ein daheim betriebenes Programm, das sich "Lasersystem zur Trennung schwerer Isotope" nenne.

Im Vergleich zur üblichen Methode, Uran mit Hilfe von Gaszentrifugen anzureichern und auf diese Weise möglicherweise auch Sprengstoff für Atombomben zu erhalten, bietet die Lasertechnik entscheidende Vorteile, die gerade für Iran wichtig sind: Sie ist weniger energieaufwendig, erfordert geringeren Platz für die Produktion und führt zu einer größeren Ausbeute der nötigen Stoffe Uran 235 und Plutonium 239; allerdings gilt dieser Weg bislang als technologisch äußerst kompliziert.

Laut Aussage des Fachblattes "Jane's Intelligence Review" hatte Teheran bereits 1974 ein Forscherteam zusammengestellt, um die Lasertechnologie zu entwickeln. Ende der neunziger Jahre wandten sich die Iraner erstmals an Russland und erbaten vom Jefremow-Institut in St. Petersburg fachlichen Beistand. Drei Jahre später jedoch teilte die Mullah-Führung in einem Brief vom 19. August 2003 der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit, die entsprechenden Experimente seien endgültig eingestellt.

Die Exilorganisation Nationaler Widerstandsrat Irans allerdings hatte danach wiederholt behauptet, die Zusicherung der iranischen Führung stimme nicht, die Arbeiten würden im "Militärkomplex Parchin" südöstlich von Teheran fortgesetzt.

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