Sonntag, 22. November 2009

Politik



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15.08.2006
 

Libanon

Waffenruhe hält - trotz kleinerer Scharmützel

Im Libanon ist die seit gestern geltende Waffenruhe bisher weitgehend eingehalten worden. Israel beschuldigte allerdings die Hisbollah am Morgen, erneut Raketen abgeschossen zu haben. In New York läuft derweil die Diplomatie auf Hochtouren.

Beirut/New York - Rund ein Dutzend Geschosse seien in der vergangenen Nacht bei israelischen Stellungen im Südlibanon eingeschlagen, sagte ein israelischer Armeesprecher. Es handelt sich um den ersten Raketenbeschuss seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe gestern. Die israelischen Soldaten hätten den Beschuss nicht erwidert. Die Raketen hätten niemanden verletzt und keine Schäden verursacht, heißt es von israelischer Seite. Einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN zufolge ist für die Israelis nicht restlos geklärt, ob es sich bei den Geschossen wirklich um Katjuscha-Raketen gehandelt habe, die die radikalislamische Hisbollah verwendet. Möglicherweise habe eine radikale Splittergruppe die Raketen abgefeuert.

Heimfahrt: Zwei libanesische Jungs halten bei der Rückkehr in ihr Heimatdorf die Hisbollah-Fahne aus dem Autofenster
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AFP

Heimfahrt: Zwei libanesische Jungs halten bei der Rückkehr in ihr Heimatdorf die Hisbollah-Fahne aus dem Autofenster

Beim einzig weiteren schwereren Zwischenfall waren nach israelischen Angaben gestern vier Hisbollah-Kämpfer getötet worden, die angeblich israelische Soldaten angegriffen hatten. Die Hisbollah bestreitet jedoch die Vorfälle.

Die israelischen Streitkräfte haben die Zwischenfälle bisher nicht als Bruch der Waffenruhe angesehen. Die Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der feindlichen Schiiten-Miliz Hisbollah hatten bereits zu Beginn der Waffenruhe gestern früh bis auf einzelne Zwischenfälle deutlich nachgelassen. Uno-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich erleichtert darüber, dass die Waffenruhe wohl "im Großen und Ganzen" halte.

Nun laufen die Verhandlungen am Sitz der Uno in New York auf Hochtouren, um die in einer Resolution des Sicherheitsrats beschlossene internationale Truppe möglichst bald auf die Beine zu stellen. Die Uno-Soldaten im Libanon sollen auf 15.000 Mann aufgestockt und mit einem robusten Mandat ausgestattet werden.

Operationsplan am Donnerstag

Als mögliche Führungsnation für den Uno-Einsatz im Libanon kommt Frankreich in Frage. Bei einem Sondierungsgespräch von 20 etwaigen Truppensteller-Staaten wurde Diplomaten zufolge beschlossen, bei einem weiteren Treffen am Donnerstag einen Operationsplan zu erstellen.

Als flankierende Maßnahme zur Friedenssicherung sollen nach dem Plan der Uno libanesische Truppen in den Süden des Landes einrücken und dort schrittweise die Kontrolle übernehmen. Der libanesische Verteidigungsminister Elias Murr sagte, die Armee werde gegen Ende der Woche 15.000 Mann in das Gebiet nördlich des Litani-Flusses entsenden, um sich für einen Einmarsch in das südliche Grenzgebiet bereit zu halten. Allerdings würden die Truppen nicht die Hisbollah-Verbände entwaffnen, kündigte der Minister an.

Auch Hisbollah-Anführer Sajjed Hassan Nasrallah hatte am Montag eine Entwaffnung seiner Kämpfer abgelehnt. Die radikal-schiitische Organisation will zwar die Uno-Resolution akzeptieren, hat aber offen gelassen, ob sie sich hinter den Litani-Fluss nach Norden zurückziehen wird. Unklar ist weiterhin das Schicksal der zwei israelischen Soldaten, deren Verschleppung im Juli Auslöser des Krieges war.

ler/Reuters/AFP/dpa

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