Warschau - Bei deutschen Militärübungen an der deutsch-polnischen Seegrenze sollen am 16. August Schiffe der Bundesmarine auf Höhe der Ortschaft Swinemünde in polnisches Gewässer eingedrungen sein. Das erklärten polnische Behörden. "Wir haben uns an das Berliner Außenministerium mit der Bitte um eine Erklärung gewandt", sagte Ministeriumssprecher Andrzej Sados in Warschau bei einem Gespräch mit Journalisten.
Fähren auf dem Weg nach Ystad in Schweden hätten ihren Kurs ändern müssen. Nach Angaben der polnischen Tageszeitung "Dziennik" bestand "reale Gefahr" für die Fähren. Sie seien gezwungen gewesen, durch flachere Gewässer zu steuern.
"Ein solcher Vorfall ist mir nicht bekannt, eine Beschwerde auch nicht", sagte dagegen Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung bei einem Besuch der deutschen Marine an der Ostsee. "Wenn da etwas geschehen wäre, wüsste ich davon."
In einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums in Berlin hieß es, der Vorfall werde sorgfältig geprüft. "Die polnische Verbalnote wird anschließend auf diplomatischem Wege beantwortet", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.
Die Deutschen hätten ihre Übungszone ausgeweitet, ohne die polnische Marine oder Küstenwache zu informieren, sagte der polnische Minister für maritime Angelegenheiten, Rafal Wiechecki. Das polnische Außenministerium gehe allerdings nicht von einer absichtlichen Grenzverletzung aus, wie Sados betonte. "Das sind Dinge, die einfach passieren."
agö/AFP/dpa
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