Washington – Nach den Vorstellungen von Pentagon-Chef Donald Rumsfeld sollen den auf U-Booten befindlichen Raketen die Atomsprengköpfe entfernt werden. Stattdessen sollen sie konventionelle Sprengköpfe erhalten. Ohne nuklearen Sprengkopf wäre der Einsatz weniger folgenschwer und daher eher vorstellbar, um gegen gefährliche Terrorgruppen schnell und präzise vorzugehen.
Bei einem Treffen mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Iwanow in Fairbanks in Alaska forderte Rumsfeld Moskau auf, sich dem Plan anzuschließen, gegen den sich aber in Russland und in Teilen des US-Kongresses Widerstand regt.
Kritiker warnen, der Abschuss einer konventionell bewaffneten Trident-Rakete von einem U-Boot aus könnte irrtümlich für ein Atomangriff gehalten werden und die Gefahr eines Gegenschlags heraufbeschwören.
Rumsfeld erklärte, er halte von diesem Argument wenig. Die USA würden Russland über eine Umwandlung von Atomraketen "in völliger Transparenz" informieren, so dass es keinen Raum für Missverständnisse gebe. Außerdem würde "jeder in der Welt" 30 Minuten nach einem Einschlag wissen, dass die Rakete keinen Atomsprengkopf getragen habe.
Künftige russische oder amerikanische Regierungen seien in einigen Jahren möglicherweise dankbar, wenn sie gegen eine terroristische Bedrohung mit Massenvernichtungswaffen eine solche nicht-atomare Option hätten, sagte Rumsfeld. Iwanow äußerte Bedenken gegen den Vorschlag. Es seien andere Lösungen denkbar, beispielsweise der bislang verbotene Einsatz von Mittelstreckenraketen. Russische und amerikanische Experten würden weiter über den Vorschlag beraten.
asc/AP/Reuters
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