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17.09.2006
 

Anti-Papst-Kampagnen

Italienische Nonne in Mogadischu erschossen

Zwei Männer haben in Somalia eine 65-jährige italienische Nonne und ihren Leibwächter ermordet. Beide starben in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Mogadischu. Nach Angaben des italienischen Fernsehens sollen islamistische Prediger zuvor zur "Jagd auf den Papst" aufgerufen haben.

Mogadischu - Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert eine islamistische Quelle, nach der der Überfall auf die Nonne "mit sehr großer Wahrscheinlichkeit" in Zusammenhang mit der Kontroverse um die Äußerungen des Papstes stehe.

Laut inoffiziellen somalischen Informationen steht das Verbrechen im Zusammenhang mit den Protesten gegen die jüngsten Islam-Äußerungen von Papst Benedikt XVI., berichtete das staatliche italienische Fernsehen. Islamistische Fundamentalisten in Somalia hätten zuvor zur "Jagd auf den Papst" aufgerufen.

Am Morgen der Attacke hatte ein führender muslimischer Geistlicher in Somalia die Äußerungen des Papstes scharf verurteilt. Die Aussagen des Papstes seien "nicht nur falsch, sondern verantwortungslos" gewesen, sagte Scheich Nor Barud, einer der Führer der muslimischen Bruderschaft in dem afrikanischen Land. Der Papst und der byzantinische Herrscher, den Benedikt XVI. zitiert hatte, seien "ignorant gegenüber dem Islam und seinem noblen Propheten", sagte der Geistliche vor Journalisten in Mogadischu.

Das Opfer der Attacke wurde als Schwester Leonella Sgorbati identifiziert. "Sie wurde dreimal von hinten getroffen", sagte Ali Mohamed Hassan, Mitarbeiter des Kinderkrankenhauses im Norden der somalischen Hauptstadt Mogadischu, in dem die Nonne gearbeitet hatte. Der Überfall habe im Eingangsbereich des Krankenhauses stattgefunden. Sgorbati sei 65 Jahre alt gewesen und habe seit 2002 in dem Krankenhaus gearbeitet.

Die Frau sei mit Schussverletzungen in die Klinik eingeliefert worden und bei einer Operation gestorben, teilten Krankenhausmitarbeiter mit. Auch der Leibwächter, der die Nonne begleitet hatte, wurde bei dem Überfall getötet.

Nach Zeugenaussagen wurden die beiden mutmaßlichen Täter von islamistischen Milizen festgenommen, die Mogadischu kontrollieren. In Somalia sind in der Vergangenheit schon häufiger Mitarbeiter von Hilfsorganisationen Opfer von Gewalttaten geworden.

jto/reuters/AP/dpa

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