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19.09.2006
 

Rede vor der Uno

Ahmadinedschad kündigt Lösung für alle Probleme der Welt an

In der kommenden Nacht will Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor der Uno-Generalversammlung seine Vision einer neuen Weltordnung erklären. Es gebe ein System, alle Probleme in den Griff zu bekommen.

Teheran/New York - Derzeit sei die Welt "voller Feindseligkeit, Probleme, Konflikte und voller Arroganz, und dies kann letztlich nicht zu Ruhe und dauerhaftem Frieden führen", sagte Ahmadinedschad. Es gebe ernste Probleme in Afghanistan, im Irak und im Libanon. Die Uno-Generalversammlung sei der richtige Ort, diese Themen mit anderen Staats- und Regierungschefs zu erörtern. Die Versammlung sei darüber hinaus ein guter Platz, "um der Weltöffentlichkeit, vor allem dem amerikanischen Volk, die andere Seite der Realität vor Augen zu führen".

Ahmadinedschad wird in der kommenden Nacht vor der Uno eine Rede halten. Dabei werde er seine Vision einer neuen Weltordnung erläutern. Das kündigte er heute bei seiner Ankunft in New York im iranischen Staatsfernsehen an.

"Die Islamische Republik Iran hat eine wirkungsvolle Methode, wie man mit der Welt umgeht", sagte Ahmadinedschad. Diese werde er vor der Uno zur Diskussion stellen. Iran werde "versuchen, einige der aktuellen Probleme der Welt zu lösen". Derzeit gebe es niemanden, der "mit Entschlossenheit sagen kann, dass die menschliche Rasse eine Zukunft hat".

Ahmadinedschad wies erneut die Haltung des Weltsicherheitsrates zum iranischen Atomprogramm zurück. Die Vereinten Nationen sollten dies korrigieren. Der Weltsicherheitsrat hatte Iran in einer Resolution ultimativ aufgefordert, sein Programm zur Anreicherung von Uran zu beenden. Iran lehnt dies ab und fordert weitere Verhandlungen.

Vor Ahmadinedschads Auftritt vor der Vollversammlung wird George W. Bush zu dem Gremium sprechen. Der US-Präsident will den Grundsatz der Freiheit in den Mittelpunkt seiner Rede stellen. Unter anderem werde er für demokratische Reformen vor allem im Nahen und Mittleren Osten eintreten, verlautete aus Regierungskreisen.

Auf einer Konferenz über globale Alphabetisierung sagte Bush: "Wir glauben nicht, dass Freiheit nur den Vereinigten Staaten von Amerika gehört." Die Freiheit sei ein unversell gültiger Wert und befördere mit ihrer Ausbreitung den Frieden.

Zu seinen Gesprächspartnern am Rande der Uno-Vollversammlung gehört auch der französische Staatspräsident Jacques Chirac, der sich im Atomstreit mit Iran für eine Aussetzung der Sanktionsdrohung ausgesprochen hat. Außerdem will Bush in New York mit dem irakischen Präsidenten Dschalal Talabani und Uno-Generalsekretär Kofi Annan zusammentreffen. Für Mittwoch ist ein Gespräch mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas geplant.

Einen Politiker wird Bush nicht treffen: Ahmadinedschad. Der US-Präsident will ihm aus den Weg gehen.

als/AFP/dpa/AP

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