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24.09.2006
 

Islam-Kritik

Ägypten verbietet Ausgabe der FAZ

Der ägyptische Informationsminister macht mit Islamkritikern kurzen Prozess. Er hat die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 16. September verbieten lassen. Der Vorwurf: Beleidigung des Islam. Der Erlass trifft noch eine weitere europäische Zeitung.

Kairo - Die beanstandeten Nummern der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) und des "Figaro" dürften nicht ins Land gebracht werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mena heute unter Berufung auf einen Erlass des Informationsministers Anas al-Feki.

Die Blätter hätten Artikel veröffentlicht, die den Islam verunglimpften, hieß es in dem Mena-Bericht. In ihnen sei behauptet worden, dass die islamische Religion mit dem Schwert verbreitet worden sei und der islamische Prophet Mohammed ein Prophet des Bösen sei.

Der Minister habe betont, er werde keine Veröffentlichungen erlauben, die den Islam beleidigten oder zu Hass oder Geringschätzung irgendeiner Religion aufriefen. Der Schritt ist ungewöhnlich: Ausländische Zeitungen oder Magazine werden in Ägypten nur selten verboten.

In der beanstandeten Ausgabe der FAZ vom 16. September hatte der Greifswalder Althistoriker Egon Flaig die islamische Geschichte als kriegerische Ausbreitung der Religion dargestellt. In ihrem Verlauf habe der Islam Andersgläubige grausam unterdrückt. "Wie der Nationalsozialismus die Menschen in Herren- und Untermenschen auf rassischer Basis spaltete, so hat es die Scharia auf religiöser Basis getan", schrieb Flaig. Als erste Weltreligion habe der Islam eine Apartheid geschaffen und riesige Territorien religiös "gesäubert". Die Pogrome im christlichen Europa seien in ihren Ausmaßen hinter jenen der islamischen Welt zurückgeblieben.

Die Meldung der ägyptischen Agentur brachte die Zeitungsartikel aber nicht mit der Regensburger Vorlesung von Papst Benedikt XVI. in Zusammenhang, die in der muslimischen Welt Kritik und Empörung ausgelöst hatte. Anstoß hatte vor allem eine Passage erregt, in der Benedikt einen byzantinischen Kaiser mit den Worten zitierte, Mohammed habe nur Schlechtes gebracht und die Verbreitung des Glaubens mit dem Schwert vorgeschrieben. Inzwischen hat der Papst mehrfach klargestellt, dass er sich diese Aussagen nicht zueigen mache.

ffr/Reuters

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