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13.10.2006
 

Oslo

Friedensnobelpreis für Muhammad Yunus

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den Wirtschaftsfachmann Muhammad Yunus und die von ihm gegründete Grameen Bank. Das teilte das Nobelkomitee in Oslo mit.

Oslo - Das Norwegische Nobelkomitee würdigte heute Yunus' Bemühungen um "die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten". "Dauerhafter Frieden kann nur erreicht erreicht werden, wenn große Bevölkerungsgruppen Wege finden, um aus der Armut auszubrechen. Mikrokredite sind ein Mittel dazu", begründete das Friedensnobelpreiskomitee heute in Oslo seine Entscheidung.

Die Grameen Bank vergibt an arme Menschen ohne finanzielle Sicherheit Kleinstkredite - sogenannte Mikrokredite.

Das Nobelkomitee entschied, den Preis zu gleichen Teilen an Yunus und die Grameen-Bank zu vergeben. Früher sei es eine unvorstellbare Idee gewesen, Kredite an Menschen ohne finanzielle Sicherheit zu vergeben, so das Komitee in seiner Begründung. Yunus und seine Bank hätten gezeigt, "dass selbst die ärmsten der Armen etwas dafür tun können voranzukommen".

Der 66-jährige aus Bangladesch stammende Yunus hatte 1976 die Grameen Bank gegründet. Zuvor war er Ökonomieprofessor an der Universität von Chittagong.

"Das ist fantastisch, unglaublich, vielen Dank", sagte Yunus nach der Entscheidung des Komitees gegenüber dem norwegischen Fernsehsender NRK.

Die Grameen-Bank hat eigenen Angaben zufolge bislang 6,6 Millionen Menschen Kredite gegeben. Davon seien 97 Prozent Frauen gewesen, heißt es auf ihrer Internetseite.

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte die Vergabe des diesjährigen Nobelpreises an den Wirtschaftsfachmann und dessen Bank als gute und bemerkenswerte Entscheidung. Merkel sei über die Entscheidung "besonders erfreut". Die Kanzlerin werde Yunus "ausführlich persönlich gratulieren", sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg.

Für den Friedensnobelpreis waren 191 Nominierungen eingegangen. Der Friedenspreis ist traditionell die letzte Auszeichnung, die im Reigen der Nobelpreise bekannt gegeben wird. Der Nobelpreis für Literatur ging gestern an den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk. Davor wurden bereits die Preise für Medizin, Physik und Chemie vergeben, die alle an amerikanische Wissenschaftler gingen.

Im vergangenen Jahr hatten die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA und ihr ägyptischer Chef Mohamed ElBaradei die Auszeichnung erhalten. Der Friedensnobelpreis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert.

hen/dpa/AFP/Reuters

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